Archiv 2015

Predigten Galens

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Info vom 13. Juli 2015

Endlich hat einer den Mut zu sprechenHeute jährt sich die erste der drei berühmten Predigten Galens.

Die zwei weiteren Predigten hielt er am 20. Juli und am 3. August 1941.

Zudem gedenken wir auch den Mitgliedern der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" Alexander Schmorell und Prof. Kurt Huber, die am 13. Juli 1943 hingerichtet wurden.
 



Die Abbildung zeigt die erste Seite zum Kapitel "Predigt am 13. Juli 1941" aus dem Buch "Endlich hat einer den Mut zu sprechen".

Reiseeindrücke 2015

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Wie auch in den vergangenen Jahren machen wir eine kurze Sommerpause und begeben uns unterwegs auf eine kleine Spurensuche.
Bereits in den Jahren 2013 und 2014 konnten wir einige Gedenkorte an die Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" besuchen. Durch diese Besuche wurden wir verstärkt an den Mut junger Menschen erinnert, die sich durch ihr damaliges aktives Handeln gegen die Ideologien des Nationalsozialsimus stellten.

In diesem Jahr führte ein kleiner Abstecher zum Landschulheim Marquartstein. Hier verbrachte Christoph Probst von 1932 bis 1935 drei Jahre seiner Schulzeit. Eine Gedenktafel im Eingangsbereich erinnert an ihn. 
Diese Internatschule wahrte die Distanz zu den Ideen des Nationalsozialismus.

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Ein Besuch der „Dokumentation Obersalzberg“ ist sehr zu empfehlen, denn dieser historische Ort bietet die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.
Hier werden durch über 950 Fotos, Dokumente, Plakate, Film- und Tonaufnahmen unterschiedliche Themen behandelt, wie z.B. die deutsche Volksgemeinschaft, Führermythos und Führerkult, der Terror- und Vernichtungsapparat und der Widerstand.
Zum Thema Widerstand werden auf einigen Tafeln Gruppierungen, z.B. die "Weiße Rose", und Einzelpersonen, z.B. Clemens August von Galen, vorgestellt, die sich mutig gegen das Regime gestellt haben. 
Hitler nutzte den Obersalzberg seit 1923 als Feriendomizil und später als zweiten Regierungssitz, da sich in unmittelbarer Nähe die „Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden“ befand. Die Propaganda gebrauchte die Bergkulisse für medienwirksame Inszenierungen Hitlers als volksnahen Politiker, Kinder- und Naturfreund.
Die „Dokumentation Obersalzberg“ wurde im Oktober 1999 eröffnet.
Weitere Infos dazu unter www.obersalzberg.de

Reiseeindrücke 2015


Ein weiterer Ausflug führte zum Alten Schloss auf der Insel Herrenchiemsee. Hier tagte vom 10. bis 23. August 1948 der Verfassungskonvent.
Die Arbeit des Konvents bildete das Fundament für das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Zur Erinnerung daran kann man dort eine Ausstellung besuchen. Auf einer Schautafel zum Thema „Demokratische Anfänge“ wird auf die Gerichtsverhandlung gegen den Denunzianten Jakob Schmid verwiesen, der als Hausmeister in der Ludwig-Maximilian-Universität in München arbeitete, wo Hans und Sophie Scholl studierten. Hier wurden die beiden im Lichthof festgenommen, als sie dort das sechste Flugblatt der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ verteilten und von Schmid dabei erwischt wurden.

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Fotos: Privatarchiv

Euthanasiemorde der Nazis – Grausame Urteile über den Wert des Lebens

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Info vom 9. Juli 2015

Hörenswerter Beitrag auf Deutschlandfunk von Johanna Herzing über die "Landesheilanstalt" Hadamar.

"Nur wenige Kirchenvertreter haben öffentlich gegen die Euthanasiemorde der Nazis gekämpft. Dass die Schergen Hitlers Tausende körperlich und geistig behinderte Menschen umbrachten, wurde intern zwar kritisiert, aber nicht öffentlich verurteilt oder gar bekämpft. Heute wäre der Protest nach Ansicht von Experten erschreckenderweise wohl noch kleiner."

Den gesamten Beitrag hören Sie hier >>>

Denkschrift vor 75 Jahren verfasst

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Am 9. Juli 1940 vollendete der evangelische Pfarrer und Leiter der "Hoffnungstaler Anstalten" Paul Gerhard Braune eine umfangreiche Denkschrift, die er kurze Zeit später der Reichskanzlei zukommen ließ.
"Er weigerte sich, Kranke der Hoffnungstaler Anstalten auszuliefern. Dieser Kampf gegen die „Euthanasie“ und gegen die Vereinnahmung der Inneren Mission führte am 12. August 1940 zu seiner Inhaftierung durch die Gestapo. Für drei Monate wurde er im Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße inhaftiert. 1943 setzte sich Braune für verhaftete homosexuelle Bewohner der Hoffnungstaler Anstalten ein und schrieb, erfolglos, Gnadengesuche für die zum Tode Verurteilten." (Quelle: wikipedia)

Gedanken von Weihbischof em. Ostermann zur Großen Prozession am 5. Juli

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Info vom 5. Juli 2015 / © kirchensite.de

Der Neubeginn

Münster. Am Tag der Großen Prozession 1945 inmitten der zerstörten Stadt vor den Trümmern des Doms sagte vor 70 Jahren Bischof Clemens August Graf von Galen: "Nur in der Treue gegen Gott ist Rettung und künftiges Heil für uns möglich. Und darum soll der Sinn und der feste Vorsatz unserer heutigen Feier sein: ein offenes Bekenntnis und eine demütige Huldigung vor Gott – ein Treuegelöbnis der katholischen Kirche. An der Hand der Kirche, nach ihren Lehren und Weisungen wollen wir unser Leben gestalten, das private und das öffentliche, das soziale und das staatliche."

Da die Kirche die Institution zusammen mit anderen Gruppierungen war, die dem Nationalsozialismus widerstanden, folgte man aus tiefer Überzeugung diesem Aufruf des Bischofs.

Doch spätestens am Ende der Fünfzigerjahre ging die alte Zeit selbstverständlicher, ursprünglicher Religiosität zu Ende – wir wollten es nicht wahr haben, so blieb die Vergangenheit Maßstab des Glaubens für die Zukunft.
Beim Wiederaufbau unserer Stadt war es ebenso. Nur wenige dachten an eine Modernisierung, nachdem alles zerstört war. Die weit aus größere Zahl der Bürger wollte den Wiederaufbau der alten Stadt – die einzige Ausnahme war in der Altstadt das Stadttheater. Hier umbaute man die Ruine des Alten mit dem Neuen auf gelungene Weise – ein gutes Beispiel dafür, Tradition und Gegenwart miteinander zu vermitteln.

Den gesamten Beitrag lesen Sie hier >>>

Predigt in Telgte

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galen clemens august086Vor 70 Jahren, am 1. Juli 1945, predigte Galen in Telgte gegen die These einer deutschen „Kollektivschuld“.

Das Foto zeigt Galen 1939 in Telgte, Bistumsarchiv Münster 

 

Geburtstag von Sophie Scholl

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Info vom 9. Mai 2015

Scholl-ComicHeute wäre wäre Sophie Scholl 94 Jahre alt geworden. Ihr Mut und ihre klare Sicht auf das Unrecht und die Verbrechen des NS-Regimes lösen noch immer Empathie und Bewunderung aus, so dass sie auch heute noch vielen jungen Menschen als Vorbild dienen kann.

Mehr über Sophie Scholl >>>

Im September 2015 wird im Knesebeck Verlag die Comic-Biographie Sophie Scholl von Heiner Lünstedt und Ingrid Sabisch erscheinen.

Kriegsende vor 70 Jahren

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Info vom 8. Mai 2015

Heute vor 70 Jahren kapitulierte die deutsche Wehrmacht.
Domradio.de erinnert in dem Artikel "Die deutschen Bischöfe und das Kriegsende" an einige der katholischen Bischöfe, die in den Kriegsjahren geistliche Leuchttürme gewesen sind: Clemens August Graf von Galen, der "Löwe von Münster"; Konrad Graf von Preysing in Berlin, Kardinal Michael Faulhaber in München, und auch der erst 1942 geweihte Kölner Erzbischof Josef Frings.
Den Artikel dazu lesen Sie hier >>> 


Zum 40. Jahrestag hielt der damalige Bundespräsident Richard von Weizäcker eine Rede, 
Mit der in dieser Rede enthaltenen Aussage von der Befreiung vom Nationalsozialismus prägte von Weizsäcker eine Kernaussage der Erinnerungskultur in der Bundesrepublik Deutschland.

Der folgende Ausschnitt aus seiner Ansprache hat auch heute noch Gültigkeit und ist für alle Generationen eine wichtige Botschaft. 

„Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Haß zu schüren.
Die Bitte an die jungen Menschen lautet:
Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder gegen Türken,
gegen Alternative oder gegen Konservative,
gegen Schwarz oder gegen Weiß.
Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben.
Ehren wir die Freiheit.
Arbeiten wir für den Frieden.
Halten wir uns an das Recht.
Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.
Schauen wir am heutigen 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.“

– Richard von Weizsäcker: Webarchiv des Deutschen Bundestages

Die gesamte Rede lesen Sie hier >>> 

Befreiung des Konzentrationslagers Dachau vor 70 Jahren

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Am 29. April 1945 rückt eine Einheit der US-Armee in das Konzentrationslager Dachau ein.
Unter Jubel werden die amerikanischen Soldaten von mehr als 32.000 überlebenden Gefangenen begrüßt. Das vorletzte aller Konzentrationslager ist somit befreit.
Seit seiner Einrichtung 1933 waren in Dachau insgesamt mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Etwa 32.000 mussten dort ihr Leben lassen.

Film ScheipersÜber einen der Überlebenden, den Priester Hermann Scheipers, hat die Ikarus-Filmproduktion einen sehenswerten Dokumentarfilm mit dem Titel "Zwischen Verbrechern und Heiligen" erstellt.
"Fünf mal ist Hermann Scheipers nur knapp dem Tod entgangen. Über vier Jahre war er im Priesterblock des KZ Dachau inhaftiert. So zahlreich die Gefangenenlager des NS Staates auch waren, der Dachauer „Pfaffenblock“ war einzigartig. Fast 3000 Priester aus dem gesamten Reichsgebiet waren hier zusammengepfercht. Viele kamen ums Leben. Es war ein Ort der Drangsal, aber auch ein Ort der Gotteserfahrung, wie Hermann Scheipers erzählt. Der mittlerweile 100jährige Priester ist der einzige, noch lebende Zeitzeuge. Ergreifend schildert er den Umgang des NS Staates mit Geistlichen." (Beschreibung des Film-Verlags)

Studienarbeit über den Klostersturm

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Info vom 14. April 2015

Der Klostersturm 1940/41 und die Gegenwehr des Bischofs von Galen

Clarissa Frenken berichtet in ihrer Studienarbeit über den Klostersturm in den Kriegsjahren 1940 und 1941, sowie von den Predigten von Bischof von Galen, die zur Einstellung des Klostersturms führten. Der Klostersturm wurde von den Nazis im Zuge des Kirchenkampfes durchgeführt. Unter verschiedenen Vorwänden wurden Klöster zwangsgeräumt und die Ordensleute vertrieben (Klappentext der Arbeit).

Die Theologiestudentin hat u.a. das Buch "Endlich hat einer den Mut zu sprechen" als Quelle für ihre Ausarbeitung verwendet.
Auszug aus dem Kapitel "Fazit": "Der Titel des Buches 'Endlich hat einer den Mut zu sprechen', welches ich unter anderem als Quelle verwendet habe, passt gut zu von Galens Predigten. Mut war erforderlich, da bereits andere Kleriker, die sich gegen das Regime stellten, verhaftet und hingerichtet wurden. Doch von Galen war darauf gefasst, als Märtyrer für seine Überzeugung zu sterben, somit war er sich der Gefahr durchaus bewusst."
 

Clarissa Frenken
Der Klostersturm 1940/41 und die Gegenwehr des Bischofs von Galen
Grin-Verlag
ISBN 978-3-656-91946-9