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Info vom 9. Dezember 2011

Mehr als nur ein Museum

Dinklage. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert die Sanierung eines Mühlengebäudes bei der Burg Dinklage, Geburtsstätte des früheren Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, mit 120.000 Euro. Der Vorsitzende der Stiftung, Fritz Brickwedde, hat einen Scheck über diesen Betrag jetzt in Dinklage überreicht. Die Sanierung gehört in den Rahmen eines größeren museumspädagogischen Projekts, mit dem die Benediktinerinnen auf Burg Dinklage an das mutige Wirken des Kardinals in der Nazi-Zeit erinnern wollen. Für 400.000 Euro soll ein "Kardinal-von-Galen-Zentrum" entstehen unter dem Leitwort "Unsere Botschaft heißt Mut".

Bisher erinnerten nur drei Ausstellungswände außerhalb der Burg an den seligen Kardinal. In der Burgkapelle, der Wassermühle und anderen Nebengebäuden soll nach Abschluss der Arbeiten im kommenden Jahr Räume für Ausstellungen und Seminare, aber auch Orte für Gebet und Meditation zur Verfügung stehen.

In der Wassermühle sollen auf einer Fläche von 100 Quadratmetern Ausstellungsstücke zum Leben und Wirken von Galens Platz finden können. Das teilte eine Projektgruppe der Schwestern mit. Eine solche Ausstellung solle aber "mehr als ein Museum" sein, sondern gezielt von Galens Werte in die heutige Zeit tragen.

© kirchensite.de

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Info vom 16. November 2011

Stele in Kevelaer wurde von Unbekannten beschädigt

kle_stele352Erst vor einem Jahr schaffte der Künstler Norbert Vorfeld eine Stele zur Erinnerung an Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts, die am Niederrhein in besonderer Weise verehrt werden. Damit wurde in Winnekendonk ein Denkmal errichtet, dass uns das Wirken von Nikolaus Groß, Maria Euthymia Üffing, Arnold Janssen, Franz Stappers, Hendrina Stenmanns, Clemens August Graf von Galen und Karl Leisner ins Gedächtnis ruft.

Nun wurde es von Unbekannten beschädigt und einzelne Objekte entwendet. Die Initiatoren sind traurig und enttäuscht – und zurecht sprachlos über die Respektlosigkeit gegenüber den Menschen, denen hier gedacht wird.

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Info vom 15. November 2011

Widerstand von Christen in der NS-Zeit

Die Online-Ausstellung mit dem Titel "Widerstand?!" informiert über den Protest engagierter Christen während der NS-Zeit.

Die Website zeigt auf optisch ansprechende Weise Hintergründe und Informationen über viele Widerstandskämpfer aus den Reihen der Kirche auf. Die multimediale Ausstellung lässt mit etwa 600 historischen Dokumenten in Form von Texten, Fotos, Audios und Videos die Konturen und Ambivalenzen der Christen im Nationalsozialismus anschaulich werden.

Auch wenn die Seite "Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus" heißt, halten auch katholische Widerstandskämpfer hier Einzug, wie z. B. Clemens August von Galen.

Im Grunde spielt die Konfession hier auch eine untergeordnete Rolle – alle vorgestellten Persönlichkeiten sind mutig für ihre Überzeugung und ihrem Gewissen verpflichtete Haltung eingetreten. Den Initiatoren dieser Seite gebührt ein großes Dankeschön und Lob, dass sie den Glaubenszeugen der NS-Zeit eine Plattform errichtet haben.

Ein Besuch der "Ausstellung" lohnt sich wirklich. Klicken Sie rein!
http://www.evangelischer-widerstand.de

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Info vom 15. November 2011

Vergasen oder verhungern: Grausige Alternativen einer Psychiatrieanstalt

Karen Haubenreisser sucht nach Mitstreitern um eine Gedenkstätte für ihren Onkel Rolf Haubenreisser und über 1000 Naziopfer aus der Psychiatrie Mainkofen.

Ein erschütternder Bericht von S. Michael Westerholz auf hagalil.com >>>

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Info vom 13. November 2011

"Gefährlichster Mann im Klerus"

lampertDer ranghöchste von den Nationalsozialisten ermordete österreichische Priester, Carl Lampert (1894-1944), ist am Sonntag als Märtyrer seliggesprochen worden. Die Feier unter Leitung des Präfekten der vatikanischen Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kurienkardinal Angelo Amato, fand in Dornbirn in Lamperts Heimat Vorarlberg statt.

  An der Messe nahmen rund 30 Bischöfe und Äbte aus dem In- und Ausland teil. Aus Polen hatte sich Erzbischof Andrzej Dziega von Stettin und aus Deutschland der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich angesagt. Den Auftakt zu der Seligsprechungsmesse bildete eine Schweigeminute, die zur Hinrichtungsstunde Carl Lamperts am 13.
November 1944 um 16.00 Uhr eingelegt worden war. Danach läuteten alle Kirchenglocken in ganz Vorarlberg und an Lamperts Sterbeort Halle an der Saale.

Papst Benedikt XVI würdigte den neuen Seligen als ein Vorbild für die Gläubigen und für die Kirche. „In der dunklen Zeit des Nationalsozialismus“ habe Lampert seinen Glauben bekannt und seine Treue zur Kirche und zum Priestertum bekundet, sagte der Papst am Sonntagmittag auf dem Petersplatz.

Der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer betonte in seiner Predigt in Dornbirn, Lampert sei für die Rechte der Kirche eingetreten „in einer Zeit, in der das Recht gebeugt wurde“ und in der „Menschenrechte durch das Recht des Stärkeren“ ersetzt worden seien. Wegen seines Eintretens für Recht und Gerechtigkeit sei er verfolgt und hingerichtet worden.

Martyrium durch die Konzentrationslager
1894 in Göfis geboren, war Lampert als Provikar ab 1939 als Stellvertreter von Bischof Paulus Rusch für die kirchliche Verwaltung des Tiroler Teils der damaligen Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch verantwortlich. Mutig trat er gegen kirchenfeindliche Handlungen der NS-Gauleitung auf, die Tirol zum ersten „klösterfreien Gau“ machen wollte. Mehrmals wurde Lampert in Gestapo-Haft genommen. Die Nationalsozialisten identifizierten ihn als den „gefährlichsten Mann innerhalb des Klerus“.

Wegen seines Eintretens für den 1940 ermordeten Tiroler Pfarrer Otto Neururer begann für Lampert im August 1940 ein Martyrium durch die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg. Von Zwangsarbeit entkräftet, wurde Lampert 1941 nach Stettin verbannt.

Ein Gestapo-Spitzel verwickelte ihn dort während seiner Reisen als Seelsorger in eine angebliche Spionageaffäre. Gemeinsam mit Mitgliedern des „Stettiner Priesterkreises“ wurde er im Februar 1943 verhaftet und bei Verhören schwer misshandelt. Lampert wurde der angeblichen Spionage und Wehrkraftzersetzung angeklagt und am 13.
November 1944 in Halle an der Saale enthauptet.

Lamperts Engagement und sein Gewissensbeispiel wird außer in Tirol und Vorarlberg vor allem im Gebiet der ehemaligen DDR in Ehren gehalten. Hier ist sein Name bis heute gleichbedeutend mit dem christlichen Widerstand der NS-Jahre. Zur Seligsprechung war auch eine Gruppe aus Halle nach Dornbirn gereist.

Am Hinrichtungsort in der Gedenkstätte „Roter Ochse“ in Halle wurde am Sonntag zur Todesstunde Lamperts bei einer Gedenkfeier an den Märtyrerpriester und die weiteren NS-Opfer erinnert. Auch im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen, wo Lampert 1940/41 mehrere Monate inhaftiert war, fand ein Gottesdienst statt.

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