Kardinal-von-Galen-Zentrum auf Burg Dinklage

Drucken

Info vom 9. Dezember 2011

Mehr als nur ein Museum

Dinklage. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert die Sanierung eines Mühlengebäudes bei der Burg Dinklage, Geburtsstätte des früheren Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, mit 120.000 Euro. Der Vorsitzende der Stiftung, Fritz Brickwedde, hat einen Scheck über diesen Betrag jetzt in Dinklage überreicht. Die Sanierung gehört in den Rahmen eines größeren museumspädagogischen Projekts, mit dem die Benediktinerinnen auf Burg Dinklage an das mutige Wirken des Kardinals in der Nazi-Zeit erinnern wollen. Für 400.000 Euro soll ein "Kardinal-von-Galen-Zentrum" entstehen unter dem Leitwort "Unsere Botschaft heißt Mut".

Bisher erinnerten nur drei Ausstellungswände außerhalb der Burg an den seligen Kardinal. In der Burgkapelle, der Wassermühle und anderen Nebengebäuden soll nach Abschluss der Arbeiten im kommenden Jahr Räume für Ausstellungen und Seminare, aber auch Orte für Gebet und Meditation zur Verfügung stehen.

In der Wassermühle sollen auf einer Fläche von 100 Quadratmetern Ausstellungsstücke zum Leben und Wirken von Galens Platz finden können. Das teilte eine Projektgruppe der Schwestern mit. Eine solche Ausstellung solle aber "mehr als ein Museum" sein, sondern gezielt von Galens Werte in die heutige Zeit tragen.

© kirchensite.de

Glaubens-Stele in Winnekendonk (Kevelaer) zerstört

Drucken

Info vom 16. November 2011

Stele in Kevelaer wurde von Unbekannten beschädigt

kle_stele352Erst vor einem Jahr schaffte der Künstler Norbert Vorfeld eine Stele zur Erinnerung an Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts, die am Niederrhein in besonderer Weise verehrt werden. Damit wurde in Winnekendonk ein Denkmal errichtet, dass uns das Wirken von Nikolaus Groß, Maria Euthymia Üffing, Arnold Janssen, Franz Stappers, Hendrina Stenmanns, Clemens August Graf von Galen und Karl Leisner ins Gedächtnis ruft.

Nun wurde es von Unbekannten beschädigt und einzelne Objekte entwendet. Die Initiatoren sind traurig und enttäuscht – und zurecht sprachlos über die Respektlosigkeit gegenüber den Menschen, denen hier gedacht wird.

Gedenkstätte für Euthanasie-Opfer

Drucken

Info vom 15. November 2011

Vergasen oder verhungern: Grausige Alternativen einer Psychiatrieanstalt

Karen Haubenreisser sucht nach Mitstreitern um eine Gedenkstätte für ihren Onkel Rolf Haubenreisser und über 1000 Naziopfer aus der Psychiatrie Mainkofen.

Ein erschütternder Bericht von S. Michael Westerholz auf hagalil.com >>>

Link-Tipp

Drucken

Info vom 15. November 2011

Widerstand von Christen in der NS-Zeit

Die Online-Ausstellung mit dem Titel "Widerstand?!" informiert über den Protest engagierter Christen während der NS-Zeit.

Die Website zeigt auf optisch ansprechende Weise Hintergründe und Informationen über viele Widerstandskämpfer aus den Reihen der Kirche auf. Die multimediale Ausstellung lässt mit etwa 600 historischen Dokumenten in Form von Texten, Fotos, Audios und Videos die Konturen und Ambivalenzen der Christen im Nationalsozialismus anschaulich werden.

Auch wenn die Seite "Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus" heißt, halten auch katholische Widerstandskämpfer hier Einzug, wie z. B. Clemens August von Galen.

Im Grunde spielt die Konfession hier auch eine untergeordnete Rolle – alle vorgestellten Persönlichkeiten sind mutig für ihre Überzeugung und ihrem Gewissen verpflichtete Haltung eingetreten. Den Initiatoren dieser Seite gebührt ein großes Dankeschön und Lob, dass sie den Glaubenszeugen der NS-Zeit eine Plattform errichtet haben.

Ein Besuch der "Ausstellung" lohnt sich wirklich. Klicken Sie rein!
http://www.evangelischer-widerstand.de

Carl Lampert seliggesprochen

Drucken

Info vom 13. November 2011

"Gefährlichster Mann im Klerus"

lampertDer ranghöchste von den Nationalsozialisten ermordete österreichische Priester, Carl Lampert (1894-1944), ist am Sonntag als Märtyrer seliggesprochen worden. Die Feier unter Leitung des Präfekten der vatikanischen Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kurienkardinal Angelo Amato, fand in Dornbirn in Lamperts Heimat Vorarlberg statt.

  An der Messe nahmen rund 30 Bischöfe und Äbte aus dem In- und Ausland teil. Aus Polen hatte sich Erzbischof Andrzej Dziega von Stettin und aus Deutschland der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich angesagt. Den Auftakt zu der Seligsprechungsmesse bildete eine Schweigeminute, die zur Hinrichtungsstunde Carl Lamperts am 13.
November 1944 um 16.00 Uhr eingelegt worden war. Danach läuteten alle Kirchenglocken in ganz Vorarlberg und an Lamperts Sterbeort Halle an der Saale.

Papst Benedikt XVI würdigte den neuen Seligen als ein Vorbild für die Gläubigen und für die Kirche. „In der dunklen Zeit des Nationalsozialismus“ habe Lampert seinen Glauben bekannt und seine Treue zur Kirche und zum Priestertum bekundet, sagte der Papst am Sonntagmittag auf dem Petersplatz.

Der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer betonte in seiner Predigt in Dornbirn, Lampert sei für die Rechte der Kirche eingetreten „in einer Zeit, in der das Recht gebeugt wurde“ und in der „Menschenrechte durch das Recht des Stärkeren“ ersetzt worden seien. Wegen seines Eintretens für Recht und Gerechtigkeit sei er verfolgt und hingerichtet worden.

Martyrium durch die Konzentrationslager
1894 in Göfis geboren, war Lampert als Provikar ab 1939 als Stellvertreter von Bischof Paulus Rusch für die kirchliche Verwaltung des Tiroler Teils der damaligen Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch verantwortlich. Mutig trat er gegen kirchenfeindliche Handlungen der NS-Gauleitung auf, die Tirol zum ersten „klösterfreien Gau“ machen wollte. Mehrmals wurde Lampert in Gestapo-Haft genommen. Die Nationalsozialisten identifizierten ihn als den „gefährlichsten Mann innerhalb des Klerus“.

Wegen seines Eintretens für den 1940 ermordeten Tiroler Pfarrer Otto Neururer begann für Lampert im August 1940 ein Martyrium durch die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg. Von Zwangsarbeit entkräftet, wurde Lampert 1941 nach Stettin verbannt.

Ein Gestapo-Spitzel verwickelte ihn dort während seiner Reisen als Seelsorger in eine angebliche Spionageaffäre. Gemeinsam mit Mitgliedern des „Stettiner Priesterkreises“ wurde er im Februar 1943 verhaftet und bei Verhören schwer misshandelt. Lampert wurde der angeblichen Spionage und Wehrkraftzersetzung angeklagt und am 13.
November 1944 in Halle an der Saale enthauptet.

Lamperts Engagement und sein Gewissensbeispiel wird außer in Tirol und Vorarlberg vor allem im Gebiet der ehemaligen DDR in Ehren gehalten. Hier ist sein Name bis heute gleichbedeutend mit dem christlichen Widerstand der NS-Jahre. Zur Seligsprechung war auch eine Gruppe aus Halle nach Dornbirn gereist.

Am Hinrichtungsort in der Gedenkstätte „Roter Ochse“ in Halle wurde am Sonntag zur Todesstunde Lamperts bei einer Gedenkfeier an den Märtyrerpriester und die weiteren NS-Opfer erinnert. Auch im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen, wo Lampert 1940/41 mehrere Monate inhaftiert war, fand ein Gottesdienst statt.

© www.domradio.de

Volkstrauertag

Drucken

Info vom 13. November 2011

Mahnung zum Frieden

WERNE ? Der graue Novembernebel passte zum Anlass der Feier: Die Vertreter der Werner Vereine und der Politik gedachten heute am Volkstrauertag der Opfer von Kriegen, Gewalt und Terror. Die zentrale Veranstaltung fand auf dem Marktplatz statt, aber auch in Horst, Stockum, Langern und Holthausen wurden Kränze niederlegt.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Holtrup begrüßte die Bürger, die sich trotz der kalten Witterung auf dem Marktplatz versammelt hatten. Sie erinnerte an die Geschichte des Volkstrauertags. „Bereits im Jahr 1922 wurde zum ersten Mal in einer Feier der Toten des Krieges gedacht“, sagte Holtrup. Niemand habe damals wohl geahnt, dass diese Feier auch Jahrzehnte später an Aktualität nichts verloren habe. Gedacht werde heute nicht nur der Opfer von zwei Weltkriegen und der Verfolgung durch den Nationalsozialismus, sagte Holtrup. „In einer globalisierten Welt, in der immer noch Menschen Opfer von Kriegen werden, in der Menschenrechte missachtet werden, ist es nötiger denn je, den Frieden zu bewahren“, so die stellvertretende Bürgermeisterin. Jeder einzelne sollte darüber nachden, was er für den Frieden und die Einhaltung der Menschenrechte tun kann, appellierte Holtrup.

„Auch heute noch weinen viele Väter um ihre Söhne, die im Krieg sterben“, erinnerte Pfarrer Kai Uwe Schroeter in seiner Ansprache an König David, dessen Sohn gegen den eigenen Vater in die Schlacht zog und dabei ums Leben kam. Der Volkstrauertag biete weltweit die Gelegenheit, die Opfer von Kriegen, Gewalt und Terror ins Bewusstsein zu rufen. Dabei sollten sich die Menschen aufs Christentum besinnen, das auch im Laufe der deutschen Geschichte bekämpft worden sei. Während der Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie durch den Sozialismus in der damaligen DDR. Veranwortlich dafür seien Menschen gewesen, deren Ideologien zu einer Wahnvorstellung geworden seien. „Wenn das Wunschdenken der Ideologien nicht funktioniert, dann wird die Einheit aus Wahn und Wirklichkeit durch Terror hergestellt“, sagte der evangelische Pfarrer. Er forderte die Bürger dazu auf, dem auch in Zukunft zu widerstehen. „Wir sollen dem ebenso mutig entgegen treten wie zum Beispiel Dietrich Bonhoeffer oder Clemens August von Galen“, sagte Schroeter.

Nach den Ansprachen zogen die Teilnehmer zum Ehrenmal im Seintorpark, wo sie Kränze niederlegten. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Posaunenchor Werne und der Männergesangverein 1904 Wene.

Zuvor hatte bereits eine Gedenkfeier auf dem Russischen Friedhof am Südring stattgefunden, wo an die mehr als 100 während des Zweiten Weltkriegs in Werne verstorbenen osteuropäischen Zwangsarbeiter erinnert wurde, die dort begraben sind. kb

© www.wa.de

Sehnsucht nach Frieden

Drucken

Info vom 11. November 2011

Lesung vor dem Volkstrauertag gab Beispiele für Versöhnung und Vergebung

Lohfelden. Die Sehnsucht nach Frieden war das Thema eines zum Nachdenken anregenden Abends in der Lohfeldener Kulturhalle: Vor dem Volkstrauertag lasen bekannte und weniger bekannte Menschen aus Lohfelden und Kassel Texte ihrer Wahl. Ein Ensemble der Musikschule umrahmte die gut besuchte Veranstaltung mit jiddischen Liedern.

Dabei erinnerte Pater Josef Kahmann an das Wirken des 2005 von der katholischen Kirche selig gesprochenen früheren Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen. Der Geistliche hatte sich ab 1941 in Predigten offensiv vor allem der Ermordung psychisch kranker Menschen durch das nationalsozialistische Regime widersetzt.

Mehr unter www.hna.de >>>

Urteil rechtskräftig

Drucken

Info vom 25. Oktober 2011

bischofsstab

Diebe der Galen-Schätze müssen endgültig in Haft

Karlsruhe / Bistum. Die Diebe von Bischofsstab und Altarkreuz des seligen münsterschen Kardinals Clemens August von Galen müssen endgültig in Haft. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, das höchste deutsche Strafgericht, verwarf die Revision gegen das Urteil des Landgerichts Wuppertal, teilte dieses am Montagabend (24.10.2011) mit.

Damit ist eine Bande von fünf Männern rechtskräftig wegen verschiedener Delikte verurteilt, darunter Dariusz S. als Haupttäter. Er wird mit fünf Jahren und zwei Monaten Gefängnis bestraft. Ein Grund ist ausdrücklich der Diebstahl in der Ludgerus-Basilika in Essen-Werden, wo Bischofsstab und Altarkreuz Galens im Juni 2009 ausgestellt waren.

Eine Tatbeteiligung der anderen Verurteilten war nach Ansicht des Landgerichts Wuppertal nicht zweifelsfrei erwiesen, sie wurden wegen anderer Vergehen bestraft. Damian Krystian K. zum Beispiel, den die Staatsanwaltschaft für einen Mittäter von Werden hielt, muss für zwei Jahre und drei Monate in Haft – wegen Hehlerei.

Grote: Gestohlene Schätze "großer Verlust"
Wo sich die gestohlenen Schätze befinden, ist nicht bekannt, sie bleiben wohl verschwunden. Domkammer-Direktor Udo Grote sprach gegenüber kirchensite.de von einem "großen Verlust für das Bistum Münster". Dies gelte umso mehr, als die Schätze in Verbindung mit dem seligen Kardinal von Galen stehen. Der münstersche Bischof und "Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische Diktatur" sei "eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Kirchengeschichte".

Grote vermutet, dass die Täter den  Bischofsstab und das Altarkreuz stahlen, weil sie einen hohen Materialwert vermuteten. Höher als dieser ist jedoch der ideelle Wert der Schätze. Der Bischofsstab besteht aus Silber, die vergoldete Krümme ist mit Halbedelsteinen besetzt. Das Altarkreuz aus Messing mit einem Elfenbeinkorpus stammt aus dem Privatbesitz der Familie von Galen und ist mit Edelsteinen und Korallen verziert. Die beiden Stücke waren Teil einer Wanderausstellung, die die münstersche Domkammer aus Anlass der Seligsprechung Kardinal von Galens 2005 zusammengestellt hatte.

© www.kirchensite.de

Coldplay setzen Sophie Scholl ein Denkmal

Drucken

Info vom 16. Oktober 2011

Einige Liedtexte der neuen CD sind Sophie Scholl gewidmet

Songwriter Chris Martin wird durch eine neue Biographie über Sophie Scholl zu neuen Songs inspiriert.
Diese erscheinen auf der neuen CD "Mylo Xyloto".
In den Texten geht es "um Leute, die für sich einstehen, obwohl sie unterdrückt sind".

Ein Denkmal aus Bronze

Drucken

Info vom 11. Oktober 2011

Denkmal in St. Urbanus

Gelsenkirchen-Buer. Sprechen kann sie natürlich nicht, die neue Bronze-Figur des Kardinal Graf von Galen, die gestern auf der Domplatte hinter dem Chorraum der St.-Urbanus-Kirche vorgestellt und gesegnet wurde. Und doch wünschten sich der Essener Bischof Franz Josef Overbeck und der Münsteraner Alt-Bischof Reinhard Lettmann genau dies: dass die Skulptur des Künstlers Egbert Verbeek auffordern möge zum Hinschauen und Einmischen - als Denkmal, das einen Dialog führt. Auch ohne große Worte.

Ganz auf solche verzichten mochten die Geistlichen bei der Feierstunde freilich nicht; galt es doch, mit der Segnung des Denkmals unter Schirmherrschaft der KKV Buronia (Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) einen Mann zu würdigen, der in der NS-Zeit gegen die Rassenlehre und Tötung so genannten „unwerten Lebens“ gepredigt hatte.

Auch Buer hatte der Bischof von Münster, dem St. Urbanus damals unterstand, am 22. März 1936 einen Besuch abgestattet, betonte Propst Wilhelm Zimmermann in der hl. Messe. „Die damalige Predigt zählt zu seinen wichtigsten, denn er protestierte darin gegen die Einschränkungen des christlichen Lebens durch die Nazis. Indem er die Stimme erhob für die Kirche, ist er auch uns heute noch ein Vorbild. Religion ist keine Privatsache“, ermahnte Zimmermann die Gläubigen in den voll besetzten Kirchenbänken, wo auch Oberbürgermeister Frank Baranowski saß.

Dass sich die sieben Gemeinden der Propsteipfarrei für ein solches Denkmal ausgesprochen hätten, habe mehrere Gründe: „Wir möchten ein Zeichen setzen gegen das Vergessen der NS-Gräuel; schließlich verblassen wichtige Details, weil viele Zeitzeugen alt werden und sterben. Wir sehen das Denkmal auch als Ergänzung zur Gedenktafel des Seligen Nikolaus Groß auf der Südseite der Kirche, der ebenfalls seine Stimme gegen die NS-Diktatur erhob. Groß und Bischof von Galen sind uns eine Aufforderung, Gott mit in unsere Lebensgestaltung hineinzunehmen.“

Ähnlich argumentierte auch der Essener Bischof Overbeck: „Das Leben der Christen braucht Mut zum Zeugnis, ein unbedingtes Eintreten für die Rechte und Würde aller Menschen, auch derer, die behindert, arm und krank sind“, sagte er und ermunterte die Gläubigen, „im öffentlichen Leben und kleinen Alltag“ für die Meinungsfreiheit und den Glauben einzutreten.

Alt-Bischof Lettmann, Jahrgang 1933, war es schließlich, der dem Menschen hinter dem „Löwen von Münster“ Konturen gab: Er war seinem Amtsvorgänger 1938 als kleiner Junge in Datteln persönlich begegnet. „Der große Kerl musste sich ganz schön herunterbeugen, um mir die Hand zu geben“, erzählte er über den 2,03 m großen Kardinal Graf von Galen.

Als die Geistlichen schließlich im Sonnenschein aus der Kirche zogen, um das Denkmal zu segnen und zu beten, folgten ihnen rund 200 Gläubige, beobachtet von einer Handvoll Schaulustiger. (Nicht nur) für sie wird die Pfarrei bald eine Texttafel anbringen, die die wichtigsten Lebensstationen Kardinals von Galen skizziert. Nur auf die nonverbale Kommunikation mag sich Propstei dann doch nicht verlassen.

© www.derwesten.de | Christiane Rautenberg

Ein Zeichen für Zivilcourage

Drucken

Info vom 6. Oktober 2011

Der Bischof von Münster geißelte öffentlich das nationalsozialistische Unrechtssystem - erstmals bei einer Firmreise am 22. März 1936 in Buer.

Gelsenkirchen-Buer. Kaum ist die Domplatte nach fast dreijähriger Bauzeit fertiggestellt, rücken zum Wochenende ein weiteres Mal Handwerker an: Hinter dem Chor der St.-Urbanus-Kirche lässt die Propsteipfarrei eine Bronze-Stele mit Büste von Kardinal Clemens August Graf von Galen installieren, der als Bischof von Münster öffentlich das nationalsozialistische Unrechtssystem geißelte - erstmals bei einer Firmreise am 22. März 1936 in Buer, so Propst Wilhelm Zimmermann.

Mit klaren Worten Stellung beziehen statt sich wegzuducken: Diese Eigenschaft des Bischofs von Münster (1878-1946), dem die Gemeinde Buer damals unterstand, sei nach wie vor aktuell, meint Reinhard Schaffrick, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats und der KKV Buronia (Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung), unter dessen Schirmherrschaft das Denkmal steht.

„Wir möchten mit der Skulptur ein Zeichen setzen für Zivilcourage“, betont auch Propst Zimmermann. Kardinal von Galen habe sich nicht von den Drohungen der Nazis einschüchtern lassen, sondern in seinen Predigten das NS-Euthanasie-Programm angeprangert.

„In Buer hat er sich erstmals im großen Rahmen gegen die Übergriffe etwa der Hitler-Jugend auf Prozessionen und die Zurückdrängung des Religiösen aus dem öffentlichen Leben zur Wehr gesetzt. Er hat deutlich gemacht, dass christlicher Glaube und die NS-Ideologie unvereinbar sind“, sieht Zimmermann in St. Urbanus durchaus einen Anfang für dessen gesellschaftspolitisches Engagement.

Insofern sei die Aufstellung des Denkmals nicht nur als Beitrag zur Neugestaltung des Kirchplatzes zu sehen, sondern auch als Ermunterung an alle Bürger, über den privaten Tellerrand (des Glaubens) hinauszublicken und sich einzumischen.

Geschaffen wurde die 2,30 m hohe und 60 cm breite Bronze-Plastik von dem (protestantischen) Künstler Egbert Verbeek. Er gestaltete die Flugblätter mit den Predigten Kardinals von Galen, die als Dokumente des Widertands bis an die Kriegsfront weitergegeben wurden, als Sockel für die Gestalt des Bischofs: Wie Buchseiten, in die der Wind hineinbläst, wölben sich die Papiere; Kardinal von Galen blickt derweil ernst und konzentriert mit leicht gesenktem Kopf nach unten.

Für Schaffrick und Propst Zimmermann ergänzt die Skulptur die Gedenktafel für den 2001 selig gesprochenen Arbeiterführer und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß (1898-1945) an der gegenüberliegenden Seite der Kirche. „Beide stehen für den Kampf gegen das NS-Unrechtsregime, der eine als gläubiger Laie, der andere als Kleriker“, so Zimmermann, der noch auf weitere Spenden zur Finanzierung des 30 000-Euro-Projekts hofft. „Erst die Hälfte der Kosten haben wir beisammen.“

Dass Kardinal von Galen durchaus auch kritisch gesehen wird, weil er als Adeliger kein lupenreiner Demokrat war: Diesem Umstand trägt die Pfarrei mit einem Vortrag am Freitag, 7. Oktober, 19 Uhr, Rechnung: Im Michaelshaus referiert der Historiker Prof. Dr. Joachim Kuropka von der Universität Vechta über den Bischof aus wissenschaftlicher Perspektive. Künstler Verbeek erläutert anschließend im Gespräch mit Schaffrick seine Gedanken zur Figur.

Gesegnet wird das Denkmal am Sonntag, 9. Oktober, nach der 11.15-Uhr-Messe vom Essener Bischof Franz Josef Overbeck und dem Alt-Bischof Reinhard Lettmann aus Münster. Nach dem Festakt gibt es Gelegenheit zur Begegnung mit den (Alt-)Bischöfen.

© www.derwesten.de | Christiane Rautenberg

Zeitzeugengespräch zum Nationalsozialismus

Drucken

Info vom 4. Oktober 2011

"Weiße Rose"-Mitglied Franz Josef Müller begeisterte HSG-Oberstufenschüler

Eberbach. Ende September 2011 nahmen die Geschichts-Neigungskurse der 12. und 13. Klasse des Hohenstaufen-Gymnasiums (HSG) Eberbach unter Leitung von Studienrat Dr. Christian Jung und Oberstudienrat Bernhard Schell an einem Zeitzeugengespräch in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg teil. Der 87-jährige Franz Josef Müller erzählte dabei aus seiner Zeit als Schüleraktivist in der Widerstandsbewegung "Weiße Rose". Franz Josef Müller wurde 1924 in Ulm als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Durch den katholischen Pater Eisele, welcher ihm und einigen wenigen weiteren Jugendlichen Religionsunterricht erteilte, wurde ihm der Widerspruch der nationalsozialistischen Reden aufgezeigt und er begann, kritisch über das NS-Regime nachzudenken. Darin sieht er den Ursprung für seinen Widerstand.

icon externer-link mehr auf nokzeit.de

Christoph Probst nicht als Namenspatron für eine Mittelschule

Drucken

Info vom 26. September  2011

In Murnau wurde Christoph Probst als Namenspatron für eine Schule vorgeschlagen
– dieser Vorschlag wurde nun abgelehnt!

Die Murnauer Mittelschule wird vorerst ihren neutralen Namen behalten. Der Antrag der Gemeinderäte, die Mittelschule nach Christoph Probst zu benennen, wurde in der Sitzung des Gremiums mit großer Mehrheit abgelehnt. Probst, ein gebürtiger Murnauer, war Mitglied der Weißen Rose, einer Widerstandsgruppe im Dritten Reich.

Es gehe darum, sich zu den „grundlegenden Werten unserer Gesellschaft“ zu bekennen, betonte Poczka. Probst sei für die Würde des Menschen, für Toleranz, Freiheit und Gerechtigkeit gestorben. Poczka weiter: „Mit dem Bekenntnis zu Christoph Probst als Namenspatron zeigen wir Gemeinderäte, dass wir uns diesen Werten verpflichtet fühlen.“

(icon externer-link Infos von merkur-online.de)



Näherers über Christoph Probst erfahren Sie hier auf unserer Seite >>>

Vor 68 Jahren: Hirtenbrief gegen Euthanasie

Drucken

Info vom 26. September  2011

Katholische Kirche in Deutschland protestiert gegen Euthanasie

In einem Hirtenbrief protestiert die katholische Kirche in Deutschland gegen die Euthanasie. Die Tötung „lebensunwerten Lebens“, worunter die NS-Führung die Ermordung Geistes- und Erbkranker, behinderter und rassisch unerwünschter Personen verstand, war wiederholt Gegenstand des Anstoßes innerhalb des katholischen Klerus geworden. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang die Predigt des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen.

icon_externer-link Mehr dazu und einen Videobeitrag finden Sie unter faz.net >>>

Alexander Schmorell - Christoph Probst: Gesammelte Briefe

Drucken

Info vom 22. September  2011

Buch zum deutschen Widerstand der "Weißen Rose"

Nach 68 Jahren erscheinen erstmals die Briefe der "Weißen Rose"-Widerstandskämpfer Alexander Schmorell und Christoph Probst - herausgegeben von Christiane Moll. Wie Sophie und Hans Scholl bezahlten sie ihren Mut mit ihrem Leben.

Auf 943 Seiten werden mehr als 155 Briefe von Alexander Schmorell und mehr als 175 Briefe von Christoph Probst ungekürzt veröffentlicht.
Damit schließt sich eine wesentliche Lücke in der Forschung über die "Weiße Rose".

Buchhinweis: "Alexander Schmorell - Christoph Probst: Gesammelte Briefe" herausgegeben von Christiane Moll, Lukas-Verlag, ISBN 978-3867320658

Christoph Probst als Namenspatron für eine Mittelschule

Drucken

Info vom 21. September  2011

In Murnau wurde Christoph Probst als Namenspatron für eine Schule vorgeschlagen

Vier Gemeinderäte in Murnau haben einen Antrag auf die Namensgebung nach dem Widerstandskämpfer eingebracht.
Christoph Probst ist ein geborener Murnauer und kann den Jugendlichen dort noch heute als Vorbild dienen.
Bisher sind dem NS-Gegener eine Straße sowie einige Gedenstätten und -tafeln im Ort Murnau gewidmet.

Näherers über Christoph Probst erfahren Sie hier auf unserer Seite >>>

Märtyrer haben Aktualität

Drucken

Info vom 14. September  2011

Bischof Scheuer und Kardinal Koch: Märtyrer haben Aktualität

München, 13.09.2011 (KAP) Die bleibende Aktualität der Märtyrer des 20. Jahrhunderts - darunter mehr als 13.000 Katholiken - für eine Kultur des Lebens und der Menschlichkeit hat der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer unterstrichen. Die Beispiele etwa von Franz Jägerstätter, Provikar Carl Lampert oder Clemens August Kardinal von Galen zeigten, dass das Martyrium nichts mit "Todessehnsucht und Nekrophilie" zu tun habe, sondern eine "Option für das Leben" sei, betonte Scheuer bei einer Podiumsdiskussion in München. Der Bischof nimmt in der bayerischen Landeshauptstadt an dem Dienstagabend zu Ende gehenden Internationalen Friedenstreffens der Gemeinschaft Sant'Egidio teil.

Mit Scheuer diskutierten der pakistanische Berater für Minderheitenfragen, Paul Bhatti, der Generalvikar von San Salvador, Jesus Delgado, der rumänisch-orthodoxe Erzbischof von Hargita und Covasna, Ioan, und der ukrainisch-orthodoxe Erzbischof von Pereslav-Chmelnitskij, Oleksandr. Gerade die Märtyrer des 20. Jahrhunderts schärften den Blick, "die Zeichen der Zeit recht zu deuten", so Scheuer: "Zugleich lassen sie in Zeiten des Hasses, der Barbarei und der Menschenverachtung die Wahrheit Gottes und die Würde des Menschen aufleuchten."

Das prophetische Zeugnis für die christliche Wahrheit beruhte auf einer "radikalen und weitsichtigen Analyse", sagte der Innsbrucker Bischof. Dies Analyse betreffe das Wesen der menschen- und gottesverachtenden Systeme. Glaube bedeute für Märtyerer auch "Ideologie- und Götzenkritik", Einsatz für "Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit" sowie die Option für die Armen.

Zugleich bleibe das Beispiel der Märtyrer gerade des 20. Jahrhunderts aber immer auch ein Zeichen der "Krisis, nicht zuletzt für die Kirche selbst", so der Innsbrucker Bischof weiter. Denn sie zeigten durch ihr Zeugnis die "Trennlinie zwischen Heiligkeit und Sünde" auf und stellten zudem "die Frage nach der Geschichte kirchlicher Aggression, wenn Juden durch Christen bzw. Christen durch Christen zu Märtyrern geworden sind".

icon_externer-link mehr auf kathweb.at

Straße wird nach Sophie Scholl benannt

Drucken

Info vom 14. September  2011

Straßen im Neubaugebiet von Altlußheim werden nach bekannten Frauen benannt

Im ersten Abschnitt eines Baugebietes in Altlußheim werden insgesamt sechs Straßen nach berühmten Frauen benannt.

Eine Namensgeberin ist Sophie Scholl, über die man auch einiges auf unseren Seiten erfahren kann.

Die weitern fünf Frauen, die durch die Straßenbenennung in Erinnerung gehalten werden, sind

Edith Stein, geboren am 12. Oktober 1891 in Breslau und gestorben am 9. August in Auschwitz. Sie ist als Philosophin, Nonne und Märtyrerin der katholischen Kirche in die Geschichte eingegangen. Im Jahr 1922 lässt sich die Tochter einer jüdischen Familie taufen und tritt 1933 dem Orden im Kölner Karmel bei und wählt den Namen Teresia Benedikta vom Kreuz. 1942 wird sie von der Gestapo verhaftet und in Auschwitz ermordet.

Käthe Kollwitz, geboren am 8. Juli 1867 in Königsberg. Sie gehört zu den bekanntesten Künstlern des vergangenen Jahrhunderts. In der Zeit des Nationalsozialismus verlor sie ihre Rechte, ihre Bilder wurden aus Ausstellungen entfernt. In Moritzburg verbrachte sie schließlich ihren Lebensabend und starb dort am 22. April 1945, wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Anne Frank, geboren am 12. Juni 1929 als Tochter eines jüdischen Kaufmanns und gestorben im März 1945 im KZ Bergen-Belsen.
Nach ihrem Tod wurde Anne Frank durch die Veröffentlichung ihrer Tagebücher bekannt, die sie in einem Hinterhaus in Amsterdam verfasst hatte. Dorthin ist die Familie ausgewandert, um der Verfolgung zu entgehen. Inzwischen wurden die Bücher in 55 Sprachen übersetzt und auch verfilmt und dienen als wichtiges Zeitdokument.

Clara Schumann, geboren am 13. September 1819 in Leipzig und gestorben am 20. Mai 1896 in Frankfurt am Main. Sie ist bekannt als Ehefrau des Komponisten Robert Schumann und war auch selbst eine begabte Pianistin und Komponistin.

Helene Lange, geboren am 9. April 1848 in Oldenburg und gestorben am 13. Mai 1913 in Berlin. Sie gilt als eine Symbolfigur der deutschen Frauenbewegung.

Hirtenbrief vor 75 Jahren

Drucken

Info vom 20. August  2011

Am 20. August 1936 unterzeichnet Bischof Clemens August von Galen einen gemeinsamen Hirtenbrief der Deutschen Bischöfe.
Darin weisen die Bischöfe auf die "zunehmend schmerzlichen Störungen und Abschnürungen des religiösen und kirchlichen Lebens, auf all die unverdienten Verdächtigungen der katholischen Vereinigungen, auf all die Kränkungen des Heiligen Vaters, der Bischöfe, der Priester und der Ordensleute" hin.

Den kompletten Hirtenbrief finden Sie unter "Historische Dokumente". >>>

Carl Lampert wird am 13. November seliggesprochen

Drucken

Info vom 5. August  2011

lampertWien/Bregenz/dpa. Ein von den Nationalsozialisten im Zuchthaus «Roter Ochse» in Halle ermordeter österreichischer Priester soll im November seliggesprochen werden. Die vatikanische Selig- und Heiligsprechungskongregation habe dies empfohlen, auch Papst Benedikt XVI. habe Ende Juni das Martyrium Carl Lamperts anerkannt, gab die Diözese Feldkirch in Vorarlberg am Freitag bekannt.
Lampert ist nach Angaben der Kirche der ranghöchste katholische Priester in Österreich, der in der NS-Zeit getötet wurde. Der in Göfis in Vorarlberg geborene Geistliche sei nach dem «Anschluss» Österreichs an Nazi-Deutschland verhaftet worden, weil er für den im Konzentrationslager ermordeten Priester Otto Neururer eine Todesanzeige verfasst hatte.
Der Provikar der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch kam in die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg und wurde 1944 wegen angeblicher Spionage im Zuchthaus "Roter Ochse" in Halle hingerichtet. Durch sein Tun und seine Haltung sei Lampert zum Zeugen für jenes Heil geworden, das Gott der Welt schenken wolle, sagte der Feldkircher Bischof Elmar Fischer.
Der Präfekt der Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, soll ihn am 13. November im österreichischen Dornbirn in Vertretung des Papstes seligsprechen. Rund um die Feierlichkeiten sind nach Informationen der Kirche auch Veranstaltungen unter anderem in Halle geplant.

© mz-web.de

Betet, dass der Herr den Sturm beende!

Drucken

Info vom 3. August  2011

von Reimund Menninghaus

Vor 70 Jahren predigte Bischof von Galen im Kloster Maria Hamicolt

hamicoltDülmen/Osterwick. Gefeiert wird das Jubiläum mit einer Messe in der Pfarrkirche Osterwick in der nächsten Woche, am Freitag, 12. August, 14 Uhr; die Messfeier zelebrieren wird Pater Andreas vom Kloster Gerleve. „Rund 40 Personen, vor allem aus meiner Verwandtschaft, sind dazu besonders eingeladen“, sagt Benediktinerschwester Irmengard, die mit ihren Mitschwestern Mechtildis, Hildegard, Felizitas und Martina im Februar 2008 vom Kloster Maria Hamicolt in Dülmen-Rorup hier nach Osterwick ins Altenheim Hl. Fabian und Sebastian umgezogen ist. „Wir hätten es nicht besser treffen können, als hierhin zu kommen“, sagt Schwester Irmengard, die am 5. August 1961 im Kloster Maria Hamicolt in Rorup ihre Ordensprofess ablegte – nur drei Tage nach dem 70-jährigen Bestehen des Benediktinerinnenklosters Maria Hamicolt.
20 Jahre zuvor, am 4. August 1941, war auch ein besonderer Tag im Kloster Hamicolt – der Besuch von Bischof Clemens August Graf von Galen anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Klosters.

1941 Sorge um Fortbestand des Klosters
„Die Ereignisse der letzten Wochen ließen uns mit Sorgen in die Zukunft schauen.“ So gab die Chronistin des Klosters Maria Hamicolt die Stimmung im Juli 1941 wieder. „Es war sehr fraglich, ob wir unser Jubiläum noch würden feiern können.“ …
Die Benediktinerinnen vom heiligsten Sakrament bereiteten sich seinerzeit auf die Feier des 50. Jahrestags der Besiedlung von Hamicolt vor. 1891 waren die ersten Schwestern aus dem niederländischen Oldenzaal in dem Kloster eingetroffen, das der Orden der Redemptoristen Jahre zuvor im Zuge des preußischen Kulturkampfs verlassen hatte.

Erneut Kulturkampf
Jetzt herrschte wieder Kulturkampf. Im Sommer 1941, bald nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, beschlagnahmte das Regime in ganz Deutschland Klöster und kirchliche Häuser – offiziell mit der Begründung, die Räumlichkeiten für Lazarette verwenden zu müssen. Allein im Münsterland wurden die Benediktiner von Gerleve, die Benediktinerinnen von Vinnenberg bei Warendorf – eine vom Kloster Hamicolt ausgegangene Gründung –, die Hiltruper Missionare sowie die Missionsklarissen und die Jesuiten in Münster aus ihren Häusern vertrieben und aus Westfalen ausgewiesen. Im Kloster in Gerleve nutzten die Nationalsozialisten das Haus Ludgerirast für die Hitlerjugend, und im leerstehenden Kloster sollten sich schwangere Frauen aus dem vom Luftkrieg betroffenen Ruhrgebiet und aus Münster auf die Intbindung ihrer Kinder vorbereiten und gebären können. Damals wurden über 800 Kinder geboren.
Der „Klostersturm“ war Auslöser für die erste der später weltberühmten Predigten, die der damalige Bischof von Münster, Clemens August von Galen, im Sommer 1941 hielt. Mit heftigen Worten geißelte Galen am 13. Juli 1941 die staatliche Willkür, die es nicht nur auf kriegswichtige Gebäude absah, sondern überhaupt den Einfluss der Ordensleute beseitigen wollte.
„Und das in diesem Augenblick, wo alles zittert und bebt vor neuen Nachtangriffen, die uns alle töten, einen jeden von uns zu einem heimatlosen Flüchtling machen können!“, hatte Galen gewettert. „Da jagt man schuldlose, ja hochverdiente, von Unzähligen hochgeachtete Männer und Frauen aus ihrem bescheidenen Besitz, macht man deutsche Volksgenossen zu heimatlosen Flüchtlingen.“
Wegen der schmalen Gänge und dem ungünstigen Zuschnitt der Räume blieb Kloster Maria Hamicolt die Umwandlung in ein Lazarett und damit die Ausweisung der Nonnen erspart.
Am 4. August 1941 feierte Clemens August von Galen um 9 Uhr in der festlich geschmückten Klosterkirche ein Pontifikalamt. Neben zahlreichen Gläubigen, die aus der Umgebung zusammengekommen waren, nahmen außer dem Rektor des Klosters auch die Pfarrer von St. Viktor sowie von Rorup, Karthaus, Darup und Lette an dem Gottesdienst teil.
„Das Thema der Predigt war die gegenwärtige Zeit“, so notierte die Chronistin des Ordens – offenbar übervorsichtig. War doch „die gegenwärtige Zeit“ aufgewühlt wie kaum zuvor.

Am 3. August dritte und letzte große Predigt
Erst am Vortag, am 3. August 1941, hatte Galen in St. Lamberti in Münster die dritte und letzte seiner großen Predigten gehalten und die bestürzte Öffentlichkeit über die systematische Tötung Behinderter in Kenntnis gesetzt.
In seiner Festpredigt in Hamicolt beschränkte sich der Bischof scheinbar darauf, nur die nationalsozialistischen Schikanen der Ordensleute zu kritisieren. „Wir werden nicht eher ruhen, als bis unsere Ordensleute in ihre Klöster zurückgekehrt sind; lasst es euch doch nicht gefallen, dass man eure lieben Schwestern aus den Häusern jagt!“
Dieses Zitat ist in den späteren Erinnerungen seines Sekretärs und Biographen Heinrich Portmann zu finden. Die spärlichen Notizen der klosterinternen Aufzeichnungen berichten, dass Galen Bezug zum Evangelium vom Sturm auf dem See nahm, als er an die Gottesdienstgemeinde appellierte: „Der Herr hat einst den Sturm auf dem Meere gestillt. Betet, dass er diesen Sturm bald beende!“

Weiteres Material auf www.wie-ein-loewe.de
Weitere Informationen zu Clemens August von Galen, zu seinem Wirken, Fotos und auch den Text der drei bekannten großen Predigten in Münster, die geheim in ganz Deutschland vervielfältigt wurden und bis an die Kriegsfront kursierten, finden sich auf der von St.-Viktor-Dülmen-Pfarrer Markus Trautmann verantworteten und von Christiane Daldrup aus Dülmen gepflegten Internetseite www.wie-ein-loewe.de, die sich als Materialsammlung des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus versteht und unter anderem auch Material zur Weißen Rose enthält.

pdf_button Artikel als PDF

© www.streiflichter.com

Ansprache von Weihbischof Geerlings

Drucken

Info vom 21. Juli 2011

zum Gedenken an die Predigt Kardinal von Galens

Bistum. Am Mittwoch (20.07.2011) erinnerte Weihbischof Dieter Geerlings in der münsterschen Überwasserkirche an die Predigt, die Kardinal Clemens August Graf von Galen 70 Jahre zuvor dort gehalten hatte. kirchensite.de dokumentiert die schriftliche Fassung der Ansprache des Weihbischofs.

Sehr geehrte Versammlung, verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer, es ist nicht so einfach – für mich ist es nicht so einfach. Nämlich: Die Predigt, die unser seliger Bischof Clemens August heute vor genau 70 Jahren – nicht die anderen bekannten Predigten – nur diese Predigt – die er hier in der Überwasserkirche gehalten hat, diese ins Heute zu übersetzen, also zu "verheutigen". So ist es mir aufgetragen worden.
Wie soll ich das glaubwürdig tun als Nachkriegsgeborener, der die schreckliche Nazi- und Kriegszeit nur aus der Geschichte, aus Erzählungen usw. kennt?!
Und außerdem: Ich kann mich wohl kaum in diesen Mut hineinstellen, der diesen Mann auszeichnet, mit dem Hitler und Goebbels auf Heller und Pfennig nach dem Krieg abrechnen wollten, der in ihren Augen Staatsfeind Nr. 1 war, der sich in seiner Predigt vehement gegen die totalitäre Herrschaft der Nazis, sich gegen den fundamentalen Rechtsbruch der Gestapo wandte, gegen eklatante Menschenrechtsverletzungen.
Zunächst möchte ich dies deutlich machen: Wir leben hier nicht in einem totalitären Unrechtsstaat und im Krieg. Wir leben in Freiheit, im sozialen Rechtsstaat, in einer Demokratie – mögen auch hier und da immer wieder Mängel auftreten. Aber unsere Verfassung kennt in der Präambel den Gottesbezug; ihr erster Artikel beschreibt die Menschenwürde als unhintergehbares Prinzip unseres Zusammenlebens. Dies sind nur einige Dinge, die hier zu nennen sind. Aber dies unterscheidet uns fundamental von der Situation, in die Clemens August hier in der Überwasserkirche gleichsam hineinpredigt. Er musste um Leib und Leben fürchten.

mehr auf kirchensite.de

Geerlings: Galens Worte haben Potenzial für heute

Drucken

Info vom 21. Juli 2011

Erinnerung an die Predigt des Bischofs vor 70 Jahren

Bistum. Die berühmten Widerstands-Predigten des seligen Bischofs von Münster, Kardinal Clemens August von Galen, "strahlen in unsere Zeit aus", hat Bischof em. Reinhard Lettmann geschrieben. Damit sie das tun können, braucht man allerdings gute Übersetzer. Der Pfarrgemeinderat der Liebfrauengemeinde Münster hatte am Mittwoch (20.07.2011) Weihbischof Dieter Geerlings als Dolmetscher eingeladen. Er erinnerte an die auf den Tag genau vor 70 Jahren dort gehaltene Predigt Galens.
Zu Beginn versetzten Mitglieder des Pfarrgemeinderats die Zuhörer in jene dunkle Zeit, die mancher Besucher wohl selbst erlebt hatte. In einer zitatenreichen Zeitreise von 1933 bis zum 20. Juli 1941 entstand beinahe greifbar das Klima, das dem Christentum den Atem abzuschnüren drohte. "Jetzt kann ich nicht mehr schweigen" – dieser Satz des Bischofs war dann Auftakt zu den drei bekannten Predigten, von denen die zweite, ausgelöst durch die Vertreibung von Ordensleuten aus den Klöstern im Bistum, in der Überwasserkirche (Liebfrauen) gehalten wurde.

Grenzen des Vergleichs

"Er predigte in einer Situation, die nicht unsere heutige ist – das war etwas Einmaliges damals", zog Weihbischof Geerlings gleich zu Beginn klare Grenzen des Vergleichs. In Krieg und Konflikten, unter Lebens-Bedrohung gar sei der Glaube bei uns heute nicht herausgefordert. Daher stelle sich die Frage, wer heute die Adressaten seien: "Galens Worte haben Potenzial, das inspirieren kann", lud Geerlings ein, sich neu auf die Worte des Seligen einzulassen.
Wie damals, so werde Religion auch heute mehr und mehr zur Privatsache: "Buß- und Bettag vergessen, Pfingsten, Himmelfahrt oder Fronleichnam kennen die Menschen fast nur noch als Brückentage für ein langes Wochenende mitsamt dem Sonntag, den die Spaßbremse Kirche als Einkaufstag verhindert." Rhetorisch fragte der Weihbischof, ob denn nur noch zähle, was sich in Heller und Pfennig auszahle.
Das Innerste des Christentums sei gerade sein Öffentlichstes: "Religion darf nicht instrumentalisiert und auf Moral, Friede und Nächstenliebe verkürzt werden. Wir müssen die Frage nach dem Sinn, nach der Wahrheit und vor allem nach dem Gottesbezug wach halten." Das gelte auch für ein gemeinsames Europa, dass man nicht bauen könne, wenn es für diese Fragen keinen Raum gebe.

mehr auf kirchensite.de

Bischof Galen predigt gegen NS-Herrschaft

Drucken

Info vom 13. Juli 2011

Heute vor 70 Jahren begann von Galen gegen die nationalsozialistische Herrschaft zu predigen.

Die Lambertikirche in Münster ist durch ein schauerliches Relikt bekannt: Am Turm hängen die Käfige, in denen nach der Niederschlagung der Wiedertäuferherrschaft im Jahre 1536 die Leichname der Anführer ausgestellt wurden. Doch die Kirche ist auch mit einem anderen Ereignis verbunden: Hier hielt Bischof Clemens August Graf von Galen am 13. Juli 1941 die erste seiner flammenden Predigten gegen nationalsozialistisches Unrecht. Bereits damals wurde der nicht unumstrittene Mann im Volk als der "Löwe von Münster" bezeichnet.

Geboren wurde er im Jahre 1878 auf Burg Dinklage. Die Familie stellte im Laufe ihrer Geschichte etliche Kirchenmänner und Politiker. Clemens August wählte den geistlichen Weg. Seit 1906 wirkte er als Gemeindepfarrer in Berlin. Dem Ersten Weltkrieg stand der kaisertreue Mann unkritisch gegenüber. Mit der Weimarer Republik konnte er sich nicht anfreunden. Ein demokratisches Verständnis ging dem konservativen Adligen ab. Pfarrei und Bistum lenkte er mit der Haltung eines strengen, aber fürsorglichen Patriarchen.

1929 kehrte Galen nach Münster zurück und wurde Pfarrer an der Lambertikirche. Vier Jahre später wurde er in einer schwierigen Zeit zum Bischof ernannt. Wenige Wochen zuvor hatten der Heilige Stuhl und das Deutsche Reich ein Konkordat geschlossen, das der Kirche in Deutschland zwar eine freie Religionsausübung zusicherte, ihr andererseits aber jede Art politischer Einmischung verbot. Mit Galen glaubten die neuen Machthaber leichtes Spiel zu haben. Doch so modernitätskritisch Galen auch war, so unnachgiebig zeigte er sich in der Verteidigung christlicher Werte. Bereits in seinem Hirtenbrief zu Ostern 1934 verurteilte er das "Neuheidentum". Unter seiner Leitung verfassten namhafte Theologen die "Studien zum Mythus des 20. Jahrhunderts", eine Auseinandersetzung mit Alfred Rosenbergs nationalsozialistischer Programmschrift. Galen geriet ins Visier der Gestapo. Er rechnete mit seiner Verhaftung, ließ sich aber nicht einschüchtern.

Am 13. Juli 1941 predigte Bischof Galen von der Kanzel gegen den Unrechtsstaat. Es kam zu spontanem Beifall. NS-Spitzel notierten mit, was Galen vorbrachte:

"Darum rufe ich laut, als deutscher Mann, als ehrenhafter Staatsbürger, als Vertreter der christlichen Religion, als katholischer Bischof: ‚Wir fordern Gerechtigkeit!’ Bleibt dieser Ruf ungehört, wird die Gerechtigkeit nicht wiederhergestellt, so wird unser deutsches Volk und Vaterland an innerer Fäulnis und Verrottung zugrunde gehen!"

Der Predigttext wurde unter der Hand verbreitet. Die BBC London sendete wenig später den Wortlaut.

Hitler tobte. Goebbels riet davon ab, den Bischof zu arretieren, er fürchtete einen Aufstand. Ohnmächtig mussten die Machthaber zusehen, wie Galen eine Woche später und nochmals zwei Wochen darauf in Predigten zum Widerstand aufrief und die Euthanasiemorde an behinderten Menschen scharf verurteilte. Kurzzeitig setzte das Regime die Kampagne aus.

Galens Einfluss war jedoch nicht groß genug, um die politische Situation zu ändern. Doch war er ein Leuchtturm des christlichen Gewissens - in einer Zeit, in der auch die katholische Kirche Schuld auf sich lud.

Er starb im März 1946. Zahlreiche Menschen erwiesen ihm die letzte Ehre. Sie erinnerten sich auch daran, wie der "Löwe von Münster" ihnen wenige Jahre zuvor Mut zugesprochen hatte:

"Wir sind in diesem Augenblick nicht Hammer, sondern Amboss. Fragt den Schmiedemeister und lasst es euch von ihm sagen: Der Amboss hält länger als der Hammer."

KBZO feierlich in Geschwister-Scholl-Schule umbenannt

Drucken

Info vom 5. Juli 2011

Weingarten. „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit.“ Mit diesen Worten forderten die Geschwister Sophie und Hans Scholl die deutsche Bevölkerung zu Zeiten der NS-Herrschaft auf, sich gegen das autoritäre Regime der Nazis zu stellen.

In einer Vielzahl von Flugblättern, die ihre Widerstandsgruppe die „Weiße Rose“ verbreitete, forderten sie das Recht der Bürger auf freie Meinungsäußerung und den Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür des verbrecherischen Gewaltstaates zurück. Für ihren mutigen Einsatz gegen die grausamen Taten der Nationalsozialisten wurden die Geschwister Scholl zum Tode verurteilt und 1943 im Gefängnis München-Stadelheim enthauptet.

Heute zählen die Geschwister Scholl zu den bedeutendsten Symbolgestalten eines an humanistischen Werten orientierten Widerstandes gegen die Nationalsozialisten. Die zentralen Werte der Widerstandsgruppe gelten noch heute als vorbildlich. Auch für das Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben sind die Grundwerte der Toleranz zwischen Menschen mit Behinderung und ohne Behinderung, der Gleichberechtigung und dem unbedingten Bekenntnis zur unantastbaren Würde des Menschen von zentraler Bedeutung. Hier will man Menschen mit Behinderung die Chance gegeben, einen ihren Möglichkeiten entsprechenden Weg ins Berufsleben zu gehen.

Nachdem die Schulen des Körperbehinderten-Zentrums bislang nur rein funktionale Namen trugen, nennen sie sich jetzt gemeinsam Geschwister-Scholl-Schule, als Bekenntnis zu den Grundwerten dieser Widerstandsgruppe beschlossen.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde gestern die Namensgebung der Geschwister-Scholl-Schule mit einer großen Feier vollzogen. Unter dem Einsatz von vielen Helfern verwandelte sich das Gelände in einen großen Festplatz. An offizielle Reden von Oberbürgermeister Markus Ewald, dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Ulrich Raichle und dem pädagogischen Vorstand Gerhard Lormes schloss sich der Auftritt von Schülern an, die verschiedene Beiträge für die Festveranstaltung vorbereitet hatten. Die Klasse 5FH trug beispielsweise einen Briefwechsel mit dem Zeitzeugen Franz J. Müller vor, in dem sie den Ehrenvorsitzenden der Weißen Rose Stiftung Fragen zu seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus stellten. Der offiziellen Festakt wurde von dem Schülerchor beendet, der mit dem Lied „We are the world“ für den emotionalen Höhepunkt der Feier sorgte und das Publikum zu stehenden Ovationen mitriss.

Großer Einsatz von Schülern, Betreuern und Lehrern, die sich auf ihre eigene Art und Weise für das Gelingen des großen Festaktes einbrachten. So organisierten die Klassen der Förder-, Haupt- und Realschulabteilung unter anderem einen Waffelverkauf und eine Cocktailbar und sie gestalteten Plakate und szenische Darstellungen zum Thema Zivilcourage. Die Grundstufe stellte ebenfalls ein buntes Angebot auf die Beine, von einem Wellness-Cafe bis hin zu einer Ausstellung zum Projekt „Moor und Ried“. Die Klassen der Geistigbehindertenabteilung und der Werkstufe sorgten für sportliche Abwechslung mit einem Angebot zum Voltigieren, einem Tischkicker oder einer Kugelbahn.

© schwaebische.de | Christoph Steinert

"Pervertierung des Liebesgebots"

Drucken

Info vom 3. Juli 2011

PID: Bischof Genn kritisiert Bundesregierung scharf

Bistum.  "Entsetzt und erschüttert" hat sich Bischof Felix Genn über Äußerungen aus Regierungskreisen zur Präimplantationsdiagnostik (PID) im Vorfeld der Schluss-Abstimmung über das PID-Gesetz im Bundestag in der kommenden Woche gezeigt. Namentlich griff er Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) scharf an: Sie habe "die Stirn, die Erbguttests an Ungeborenen unter ausdrücklicher Berufung auf die Heilige Schrift und das Christentum wörtlich zu einer Frage der Nächstenliebe zu deklarieren – ich halte das für eine ungeheure Pervertierung des Liebesgebots." Das sagte Genn am Sonntag (03.07.2011) in seiner Predigt im Pontifikalamt im St.-Paulus-Dom zum Ende der "Großen Prozession" in Münster.

Auch andere Äußerungen von Politikern offenbarten "eine Logik des Todes", unterstrich Genn, der in diesem Zusammenhang an die Predigten des seligen Kardinals Clemens August Graf von Galen erinnerte, in denen er sich vor 70 Jahren gegen die Tötung behinderter Menschen durch die Nationalsozialisten aufgelehnt hatte. Auch heute gehe es bei der PID um "die Tötung menschlichen Lebens". "Darüber haben wir nicht zu entscheiden", appellierte der Bischof an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, gegen die Zulassung der PID zu stimmen.

Genn forderte zudem alle Christen auf, die Stimme gegen eine Zulassung zu erheben. "Es geht ums Ganze, es geht um das Leben." Ein Zustimmung zur PID verstoße gegen die Menschenwürde. "Wer daran glaubt, dass Gott sich im Antlitz eines jeden Menschen widerspiegelt, der unternimmt alles und unterlässt nichts, dass jeder Mensch nicht nur auf dieser Erde willkommen geheißen, sondern auch bis zuletzt mit aller ihm gebührenden Aufmerksamkeit und Ehrfurcht begleitet wird." Der Bischof wünschte den Christen den Mut, dies zu bekennen und so einen "Dammbruch" zu vermeiden, bei dem die Unantastbarkeit des Lebens verloren gehen würde.

Mehr auf kirchensite.de >>>

Predigt von Bischof Genn aus Anlass der Großen Prozession

Drucken

Info vom 3. Juli 2011

Münster.  

Am Sonntag (03.07.2011) fand in Münster die Große Prozession statt. Im Anschluss feierte Bischof Felix Genn einen Gottesdienst im münsterschen St.-Paulus-Dom. kirchensite.de dokumentiert die Vorlage seiner Predigt.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Am vergangenen Samstag, dem 25. Juni, durfte ich in Lübeck an der Feier teilnehmen, in der die drei Lübecker Kapläne Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek selig gesprochen wurden. Gleichzeitig wurde dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink ein ehrendes Andenken gewidmet. In dieser wunderbaren, von einem tiefen Geist der Ökumene getragenen Feier habe ich an unsere Große Prozession und unsere Eucharistie in dieser Stunde denken müssen.

Das Leitwort, mit dem in diesem Jahr die Große Prozession in ihrer altehrwürdigen Tradition gestaltet wird, lautet im Anschluss an die Einladung der Deutschen Bischöfe zum Gesprächsprozess in der Kirche: "Im Heute glauben". Ja, darum geht es, wenn wir glauben: Wir tun es jeweils im Heute. Das Zeugnis dieser vier Geistlichen ist ein eindrucksvolles Glaubensbekenntnis in ihrem damaligen Heute. Hingerichtet wurden sie vor allem deshalb, weil sie die Predigten von Bischof Clemens August Graf von Galen in ihren Gemeinden verbreitet hatten. Man weiß heute, dass sie eigentlich stellvertretend für den Münsteraner Bischof in den Tod gegangen sind, dessen Hinrichtung das Regime während der Kriegszeit fürchtete, aber sich für die Zeit nach dem so genannten "Endsieg" vorbehalten hatte. Diese Männer hatten sich das Martyrium nicht ausgesucht. Der evangelische Pastor war sogar lange Jahre ein glühender Verehrer Hitlers und der deutschen nationalen Ideologie. Erst im Laufe der Jahre, vor allem im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wandelte er sich in seiner Gesinnung. Übrigens darf ich hier erwähnen, dass die drei kath. Priester alle in Münster studiert haben und Pastor Stellbrink hier in unserer Stadt geboren wurde. So gibt es vielfältige Bezüge, die uns helfen können, das Leitwort der diesjährigen Großen Prozession in den Zusammenhang der jüngeren Glaubensgeschichte zu stellen: Das Martyrium dieser vier Geistlichen und das Gedenken an die großen Predigten, die Bischof Clemens August am 13. Juli und 3. August in Lamberti und am 20. Juli in der Überwasserkirche vor genau 70 Jahren gehalten hat. Ich danke, dass Pfarrer Winner eben auf dieses Datum verwiesen hat, und dass die Pfarrgemeinde Liebfrauen in der Überwasserkirche am 20. Juli in einer eigenen gottesdienstlichen Feier daran anknüpfen wird.

Was diese Männer ausgezeichnet hat und mit ihnen viele andere Frauen und Männer, ob Priester oder Laien, war vor allen Dingen Mut. Ihr Glaube im damaligen Heute war ein Mut zum Glauben. Unerschütterlich hielten sie an dem fest, was ihnen das Evangelium verheißen hat, ließen sich nicht durch Menschenfurcht davon abbringen, auch nicht durch die Furcht vor dem Tod. Ja, die vier Lübecker Märtyrer reiften in ihrem Glaubensmut und Glaubenszeugnis so heran, dass sie am Tag ihres Todes durch ihre Briefe an ihre Angehörigen uns allen bis zur Stunde Mut machen können. So schreibt Pastor Stellbrink am Tag seiner Hinrichtung an seine Frau:

"Nun hat alles Warten ein Ende, der Weg liegt endlich wieder klar vor mir und das Ziel ist uns Christen ja bekannt. Wie oft habe ich davon gepredigt; nun ist es bald erreicht …. Wahrlich, es ist nicht schwer zu sterben und sich in Gottes Hand zu geben."

Der Priester Johannes Prassek notierte am 23. Juni 1943 in das Neue Testament den Satz: "Heute ist der schönste Tag meines Lebens. Ich wurde zum Tode verurteilt", und er verstärkte dieses Bekenntnis in einem Brief an seine Familie ebenfalls am 10. November, an dem er abends hingerichtet wurde: "Heute Abend ist es nun soweit, dass ich sterben kann. Ich freue mich so, ich kann es Euch nicht sagen wie sehr …. Worum ich Euch um alles in der Welt bitte, ist dieses: Seid nicht traurig! Was mich erwartet, ist Freude und Glück, gegen das alles Glück hier auf der Erde nichts gilt. Darum dürft auch Ihr Euch freuen."

Liebe Schwestern und Brüder: Im Heute glauben – dazu braucht es Mut. Was sagt uns dieses Zeugnis in unserem Heute? Am heutigen Sonntag dürfen wir vom Herrn eine Einladung hören: "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen" (Mt 11, 28). Gibt uns ein solcher Satz Mut zum Glauben? In der Tat, es ist ein beruhigendes Wort, eine großartige Einladung. Aber sie enthält eine Voraussetzung, und diese ist eine gewaltige Provokation, gerade in unserem Heute. Es ist eine Provokation, die Mut erfordert, weil sie die Aussage enthält, dass Er derjenige ist, der Gott offenbart, dass Er derjenige ist, dem vom Vater alles übergeben wurde (vgl. ebd. 27). Jesus ist sich dieser Provokation bewusst. Er sagt ausdrücklich, dass Er sich freut, einmal die Dinge so offen benennen zu können. Ja, er preist sogar den "Vater, den Herrn des Himmels und der Erde, weil Er all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hat"  (vgl. ebd. 25).

Liebe Schwestern und Brüder, das ist die Herausforderung unserer Stunde, sich zu den Unmündigen zu zählen, denen aufgeht: In diesem Jesus zeigt sich Gott, zeigt sich die ganze Wahrheit der Welt, der Wahrheit über das menschliche Leben, über meine eigene Existenz. Wir wissen, dass diese Offenbarung, von der Jesus hier ausdrücklich spricht, Ihn den Tod gekostet hat. Deshalb haben die Schwestern und Brüder im Glauben in den ersten Jahrhunderten in Ihm die Verheißung erfüllt gesehen, von der bereits der Prophet Sacharja vor der Geburt Christi gesprochen hat, nämlich, dass die Rettung Israels und die Rettung der ganzen Welt nicht von einem kraftvollen, mächtigen Potentaten und Herrscher kommt, sondern von dem, der sich als Symbol Seiner Herrschaft nicht das Pferd, sondern den Esel wählt und genau in dieser Güte und Demut "die Streitwagen vernichtet, die Rosse aus Jerusalem und dem Kriegsbogen" (vgl. Sach 9, 10). Aber genau in diesem Tun ist Er der König, "dessen Herrschaft von Meer zu Meer bis an die Enden der Erde reicht" (vgl. ebd.).

Unsere Art, liebe Schwestern und Brüder, zu denken, zu reden, zu handeln, ist anders. Wir wollen die Dinge, auch das Leben, hin-"kriegen", wollen sie mit unseren Mitteln, zwar nicht mit Rossen und Streitwagen, aber mit Techniken bewerkstelligen, so dass wir auch Vernichten von Leben in Kauf nehmen.

Der Mut zum Glauben besteht heute nicht darin, dass wir uns gut streiten über Strukturreformen in unseren Gemeinden, über den Zuschnitt von Pfarreien und Seelsorgeeinheiten. Damit halten wir uns von unserer eigentlichen Sendung ab. Zweifellos muss man die eine und andere Frage stellen und nach einer angemessenen seelsorglichen Lösung suchen. Aber unsere eigentliche Aufgabe als Christen gerade im Heute besteht darin, dem zu folgen, was Jesus mit Seinem Geist in die Welt gebracht hat. Wir sind nicht, um es mit Paulus zu sagen, "dem Fleisch verpflichtet" (Röm 8, 12), sondern dem Geist, der Jesus von den Toten auferweckt hat, und der in uns wohnt (vgl. ebd. 11). Deshalb gehören wir zu denen, die vor der Welt wie Unmündige und nicht wie Weise und Kluge aussehen, sondern solche, die als Jünger dieses Jesus von Nazareth leben, der "von Herzen demütig und gütig ist" (Mt 11, 29). Sein Joch auf sich zu nehmen, Seine Last zu tragen (vgl. ebd. 29.30), das heißt heute den Mut zu haben, Jünger Christi zu sein und in unserem Heute zu glauben. Das heißt, von Ihm zu lernen, der sogar mit der Last des Kreuzes beladen das Schwerste für diese Welt erlitten hat, nämlich die Sünde hinwegzutragen. Er schenkt die Kraft, auch das Schwere aus Liebe tragen zu können, eher Unrecht zu erleiden als es tun.

Liebe Schwestern und Brüder, hierauf kommt es an in der gegenwärtigen Stunde: Damit stehen wir in der Tradition unseres seligen Bischofs Clemens August, der weder durch Lob noch durch Furcht sich hat abschrecken lassen, der Weisheit der Welt die Weisheit Gottes zu verkünden, die Menschen hinzuweisen, als Jünger Christi zu lernen, für das Leben gerade auch der Geisteskranken zu streiten. In derselben Linie streiten wir heute für ein Verbot der PID. In derselben Linie streiten wir heute darum, dass der Anfang und das Ende des Lebens unantastbar bleiben mag sich die Weisheit der Welt auch noch so sehr in Gestalt von Juristen und Ethikern in Zeitungsartikeln, in Vorträgen und wo auch immer aufbäumen und dem Christentum, vor allen Dingen uns Bischöfen und der kath. Kirche vorwerfen, sie zwinge hier den Menschen eine christliche Sondermoral auf. Nein, weil eben dieser Jesus von Nazareth, dieser Mensch zugleich derjenige ist, der der ewige Sohn des Vaters ist, der uns sagen kann, wie es um Gott und wahrhaft um den Menschen bestellt ist, ist dies keine Sondermoral, sondern es ist ein Wort, das den Menschen befreit, ihm Hoffnung und Lebensrecht gibt, wie auch immer er aussieht. Deshalb beflügelt dieser unser Glaube die Phantasie, kreativ über Formen der Hilfe nachzudenken, die nicht um den Preis des Todes anderer bezahlt wird.

Die gesamte Predigt lesen Sie auf kirchensite.de >>>

"Von Galen spaltet bis heute die Geister"

Drucken

Info vom 2. Juli 2011

Ausstellung zum Leben des „Löwen von Münster“ während der Weimarer Republik in der LzO

Cloppenburg.  Bis heute spaltet der 2005 seliggesprochene Bischof von Münster, Clemens-August Kardinal von Galen, die Geister. Von Galen habe einerseits schon seit seiner Tätigkeit als Gesellenpräses und Pfarrer in Berlin als autoritär denkender deutschnationaler Vertreter von Adelsinteressen sowie anschließend als ein Sympathisant der Nationalsozialisten gegolten, der das Wesen des NS-Regimes bis 1941 nicht durchschaut habe, sagte Dr. Maria Anna Zumholz von der Universität Vechta am Donnerstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Die Fundamente des Gemeinschaftslebens – Clemens August von Galen in der Zeit der Weimarer Republik“, Dazu waren rund 100 geladene Gäste in die Kundenhalle der LzO in der Stadtmitte gekommen.

Andererseits – so Zumholz weiter – habe der am 16. März 1878 in Dinklage geborene Kardinal die berühmtesten Predigten des 20. Jahrhundert geschrieben und sei zum „Symbol für den Widerstand“ gegen den Nationalsozialismus avanciert. Um dies zu erklären, sei ein Blick in die Weimarer Zeit nötig. „Auf diese Weise können von Galens politische Ansichten im Vorfeld der Machtergreifung der Nationalsozialisten einer differenzierten Betrachtung unterzogen werden.“

Als zweiter Initiator der Ausstellung neben Zumholz darf Clemens-August Krapp, Vorsitzender des Kuratoriums der Kardinal-von-Galen-Stiftung (Dinklage), gelten.„Mit dem Slogan ‚Unsere Botschaft heißt Mut’ sieht es die Kardinal-von-Galen-Stiftung als ihre Aufgabe an, einen Erinnerungsort mit einem Vorbild zu schaffen, von dem wir heute und die nächsten Generationen vieles für das eigene Leben lernen können“, sagte Krapp.

Mut sowie die Bereitschaft Missstände aufzuzeigen und zu verändern, seien die zentralen Erkenntnisse, die man aus dem Leben Kardinal von Galens ziehen könne, erklärte der Firmenkunden-Direktor der LzO Cloppenburg, Edmund Sassen. Von Galens mutige Worte gegen die Tötung von so genanntem lebensunwerten Leben hätten diesem den Namen „der Löwe von Münster“ eingebracht.

Die Ausstellung in der LzO ist bis zum 15. Juli zu den Geschäftszeiten zu sehen.

© Carsten Mensing, nwzonline.de

Weitere Informationen über die Ausstellung finden Sie unter >>> http://www.kardinal-von-galen-stiftung.de

Mutiger Protest gegen Nazi-Terror

Drucken

Info vom 30. Juni 2011

Vor 70 Jahren: Von Galens Predigten stoppten Euthanasie

Bistum. "Auf Heller und Pfennig" wollten Goebbels und Hitler mit ihm abrechnen: Clemens August Graf von Galen, seit 1933 Bischof von Münster, war in ihren Augen zum "Staatsfeind" geworden. Doch die Abrechnung glaubten die Nazis auf die Zeit nach dem Krieg verschieben zu müssen. Das ganze Rheinland und Westfalen seien für den Krieg abzuschreiben, wenn man aus dem Bischof einen Märtyrer mache.

Der Anlass für die Wut des "Führers": vor allem des Bischofs Predigten gegen Euthanasie und Nazi-Terror im Sommer 1941, vor 70 Jahren. Sie wurden unter der Hand in ganz Deutschland und an allen Fronten verbreitet. Als einer der wenigen Bischöfe hatte von Galen sich zu öffentlichem Protest durchgerungen.

Protest gegen die totalitäre Herrschaft der Nazis
Schon zu Beginn der NS-Herrschaft hatte Galen, bei dessen Bischofsweihe 1933 erstmals Braunhemden in den Dom einmarschiert waren, deutliche Worte gefunden: 1934 brandmarkte der hoch gewachsene Geistliche die rassistischen und an pseudo-germanische Religionen anknüpfenden Vorstellungen des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg. In der Folgezeit protestierte er immer wieder gegen die totalitäre Herrschaft der Nazis.

Am deutlichsten wird das in drei Predigten vom Juli und August 1941: Weil Ordensniederlassungen von der Gestapo einfach aufgelöst und die Mönche und Nonnen aus ihrer Heimatprovinz ausgewiesen worden waren, kritisierte er am 13. und 20. Juli mit scharfen Worten die Rechtlosigkeit in Deutschland. "Der physischen Übermacht der Geheimen Staatspolizei steht jeder deutsche Staatsbürger völlig schutzlos und wehrlos gegenüber", rief er am 13. Juli von der Kanzel der münsterschen Lambertikirche, seiner früheren Gemeinde. Keiner sei mehr sicher, "dass er nicht eines Tages aus seiner Wohnung geholt, seiner Freiheit beraubt, in den Kellern und Konzentrationslagern der Geheimen Staatspolizei eingesperrt wird."

mehr auf kirchensite.de >>>

Große Prozession

Drucken

Info vom 30. Juni 2011

Genn erinnert an Galen

Bistum. Bei der diesjährigen Großen Prozession am Sonntag (03.07.2011) in Münster will Bischof Felix Genn an die drei berühmten Predigten erinnern, die Bischof Clemens August Graf von Galen vor 70 Jahren gehalten hat.

Am 13. und 20. Juli sowie am 3. August 1941 hatte von Galen gegen staatliche Unrechtsmaßnahmen und das Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten seine Stimme erhoben.

Das Leitwort des diesjährigen Buß- und Bittgangs durch die Innenstadt von Münster lautet "Im Heute glauben".

Die Prozession beginnt mit Stationsgottesdiensten um 10.30 Uhr in der St.-Lamberti-Kirche für den Rat der Stadt, das Domkapitel, die Vertreter der Behörden und Institutionen und alle Christen aus den Gemeinden, die sich traditionsgemäß in St. Lamberti versammeln.

Weitere Stationsgottesdienste um 10.30 Uhr sind in St. Aegidii und St. Ludgeri. In St. Aegidii treffen sich insbesondere die Katholischen Verbände und karitativen Dienste. Die Statio in St. Ludgeri ist besonders für Ordenschristen, ausländische Christen und für die im Kirchendienst Tätigen.

In Liebfrauen-Überwasser treffen sich zur Statio um 11 Uhr neben den Mitgliedern der Gemeinde insbesondere Familien mit Kindern.

Um 11 Uhr findet im Paulus-Dom ein Stationsgottesdienst statt, vor allem für diejenigen, für die eine Prozession zu beschwerlich wäre.

Zu allen Stationsgottesdiensten sind jeweils alle umliegenden Gemeinden eingeladen, die von dort aus die Prozession beginnen können.

Bischof Felix Genn feiert um 11.30 Uhr mit allen Teilnehmern im St.-Paulus-Dom ein Pontifikalamt. Die Kollekte ist für die Aufgaben des Heiligen Vaters bestimmt.

© kirchensite.de