Weitere Predigten

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26. März 1934:


(...) Heute werden Schriften verbreitet und empfohlen, welche verkünden, dass nicht Gott die Welt und ihre Entwicklung hervorgebracht habe, sondern dass die Gottesidee ein Ergebnis dieser Entwicklung sei. Das ist neues Heidentum. Die katholische Kirche lehrt, dass Gott wirklich und wesentlich von der Welt geschieden ist; die Neuheiden aber erklären, dass Gott der Welt und vor allem dem Blute verhaftet sei. Nach der Lehre der katholischen Kirche ist Gott unendlich in seinem Wollen und Denken. Nach den Neuheiden aber hat Gott Wille, Verstand und Persönlichkeit nur im Menschen. Nicht Gott ist mehr Herr, sondern der Mensch, und es wird Gott geradezu der Knecht des Menschen genannt.

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12. August 1934:

(...) Heilige Maria, du Mutter des Schöpfers, bitte für uns! Ja, bitte für uns, dass wir nicht wankend werden im Glauben an den einen wahren Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Was schon vernünftiges Denken jeden ehrlichen Wahrheitssucher lehrt, dass ein ewiger, außerweltlicher, unendlicher vollkommener Gott die Welt und auch uns erschaffen hat und mit der Kraft seiner Allmacht im Dasein erhält, das leugnet heute ein angeblich artgemäßer so genannter nordischer Glaube. Seine Vertreter behaupten, dass nicht der ewige Gott der Schöpfer der Menschen sei, sondern dass der „ewige“ Menschengeist die Gottesidee erfunden habe, da dass alles, was wir Gott nennen, „im Menschen wird und wächst“; der Mensch sei nicht ein Geschöpf Gottes, sondern Gott sei eine Schöpfung des Menschen. Gegenüber solch frevelhafter Gotteslästerung lasst uns heute hier vor dem Bilde der „Mutter des Schöpfers“ bekennen, dass wir uns, wie unsere Vorfahren, bewusst sind, in allem Gottes Geschöpfe zu sein, von ihm geschaffen, für ihn geschaffen, sein Eigentum.

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9. Februar 1936:

Ihr wisst es, die Zeit ist da, wo nicht wenigen von uns solches Los zuteil wird. Wie wird die hl. Kirche, der Papst, die Bischöfe, die Priester, die Ordensleute, wie werden treue Kinder der Kirche heute in Deutschland öffentlich und ungestraft verunglimpft, verlästert und verhöhnt. Wie viele Katholiken, Priester und Laien sind in Zeitungen und Versammlungen angegriffen und beschimpft, aus Beruf und Stellung vertrieben und ohne Gerichtsurteil gefangen gesetzt und misshandelt worden. (...) Es gibt in deutschen Landen frische Gräber, in denen die Asche solcher ruht, die das katholische Volk für Martyrer des Glaubens hält, weil ihr Leben ihnen das Zeugnis treuester Pflichterfüllung für Gott und Vaterland, Volk und Kirche ausstellt, und das Dunkel, das über ihren Tod gebreitet ist, ängstlich gehütet wird. Und wie lastet vielfach schwerster Gewissensdruck auf Beamten und Angestellten, auf Eltern und Lehrern, die vor die Frage gestellt werden zu wählen zwischen Treue gegen Gott und ihrem christlichen Gewissen und dem Wohlgefallen und der Gunst derer, von denen ihre Stellung und gar ihr Lebensunterhalt abhängt!

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9. Juni 1936:

Fast alle Zeitungen bringen in letzter Zeit Berichte über Gerichtsverhandlungen gegen Personen, die wegen hässlichster Verfehlungen angeklagt und zum Teil schon verurteilt sind. Wie die Überschriften und Berichte vielfach hervorheben, befinden sich unter den Beschuldigten solche, die früher einer Ordensgenossenschaft angehört haben, und andere, die bis jetzt zu Ordensgenossenschaften gehören. Obgleich die Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, werden in den Zeitungen mit kaum verhüllter Deutlichkeit Straftaten genannt und umschrieben, welche zu jenen Sünden gehören, die, wie der hl. Paulus sagt, unter uns „nicht einmal genannt werden sollen“ (Eph 5,3). Wir bedauern schmerzlich diese Art der Berichterstattung, insofern sie für die Jugend eine Gefahr, für alle anständigen Menschen ein Ärgernis, für alle schuldlosen Mitglieder der betreffenden Ordensgenossenschaften eine ungerechte Ehrenkränkung enthält und eine Ausnahme bildet von der sonst üblichen Berichterstattung bei ähnlichen Prozessen, bei der in der Regel die Zugehörigkeit des Beschuldigten zu bestimmten Gemeinschaften nicht bekannt gegeben wird.  

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6. September 1936:

(...) „Victor“ heißt auf deutsch „Sieger“. Als Held, als Sieger wurde St. Victor hier verehrt, lange ehe die deutsche Sage ihrer schönsten Heldengestalt, dem edlen Siegfried, Xanten als Heimat gab. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die dichtende Sage gerade darum Xanten zur Heimat Siegfrieds gemacht hat, weil alle deutschen Gaue davon wussten, dass in Xanten tatsächlich einst ein Held, ein Sieger gelebt hat, und weil damals schon Jahrhunderte lang St. Victor, der sieghafte Held in Xanten, die höchste Verehrung genoss. Wie dem auch sei: tatsächlich sind wir heute die Fortsetzer und Erhalter einer durch anderthalb Jahrtausende geschichtlich bezeugten Tradition unserer Vorfahren, wenn wir den christlichen Märtyrern von Xanten, St. Victor und seinen Genossen, in der Victorstracht und in dieser Feier unsere Verehrung darbringen; wenn wir heute gemeinsam auf ihr Vorbild schauen, um von ihnen zu lernen; wenn wir zum Himmel aufschauen in der Zuversicht, dass sie dort für uns beten!

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27. November 1936:

(...) Es war angeordnet, dass von allen öffentlichen Gebäuden, ja selbst aus den Schulen, in denen katholische Kinder von katholischen Lehrern im christlichen Glauben unterrichtet werden, das Kreuz entfernt werden solle. Als ihr das hörtet, als wir das hörten, da ging ein Erschrecken, ein Entsetzen durch unsere Herzen. Ist es schon so weit gekommen? Soll hier, bei uns, in unserer lieben Heimat durchgeführt werden, was vor kurzem der „Durchbruch“, das Kampfblatt der sog. Deutschen Glaubensbewegung (Folge 31) forderte: „Das Kreuz muss fallen!“ Soll hier geschehen, was jene Neuheiden verlangen: „Das Kreuz ist im Fallen; reiß du es ganz nieder!“ Sollen unsere Lehrer und Lehrerinnen gezwungen werden, das Kreuz herab zu reißen, vor dem sie bisher täglich mit eueren Kindern gebetet haben? Soll es hier Wahrheit werden, was dieselbe Zeitschrift schrieb: „Nehmt Abschied, Deutsche, vom Christusbild!“ (Folge 34). Soll es hier heißen: „Nehmt Abschied, Kinder, von dem Christusbild, vor dem ihr bisher gekniet und gebetet habt, zu Hause und in der Kirche, in der Schule und am Wege, am Einfahrtstor eueres väterlichen Bauernhofes, wo es seit uralten Zeiten steht als Wahrzeichen, dass hier Christen wohnen, die unter dem Zeichen des Kreuzes leben und sterben wollen?

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17. November 1937:

(...) Meine Christen! Wenn ihr genötigt seid, zu lesen oder gar zu hören, was heute vielfach in öffentlichen Reden und Druckschriften als die Hauptlehre und das Hauptziel de christlichen Predigt bezeichnet wird, dann werdet ihr gleich mir oft erstaunt sein und entrüstet über das, was man da zu behaupten wagt. Da behauptet man, die römische Kirche habe, um die Menschen zu knechten und um die freie Würde der Menschenpersönlichkeit zu vernichten, es den Menschen erst eingeredet, dass es Sünde gibt und unrechtes Tun, das Strafe verdient. Um uns in Furcht zu jagen und in Furcht zu halten, und so uns unter das Joch der Priester zu beugen, habe man uns eingeredet, dass es Sünde gebe und Sündenstrafe, und ein Fortleben nach dem Tode, und Himmel und Hölle. Der nordische Mensch dagegen, und besonders der Germane, kenne keine Sünde und keine strafende göttliche Gerechtigkeit; darum sei auch der Gedanke der Sühne und der Erlösung ihm artfremd und, wie man gerade von unseren Vorfahren, den alten Sachsen behauptet, ihm durch das Schwert des Frankenkaisers Karl aufgezwungen!

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