Besuch in Vreden

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17. November 1937:

(...) Meine Christen! Wenn ihr genötigt seid, zu lesen oder gar zu hören, was heute vielfach in öffentlichen Reden und Druckschriften als die Hauptlehre und das Hauptziel de christlichen Predigt bezeichnet wird, dann werdet ihr gleich mir oft erstaunt sein und entrüstet über das, was man da zu behaupten wagt. Da behauptet man, die römische Kirche habe, um die Menschen zu knechten und um die freie Würde der Menschenpersönlichkeit zu vernichten, es den Menschen erst eingeredet, dass es Sünde gibt und unrechtes Tun, das Strafe verdient. Um uns in Furcht zu jagen und in Furcht zu halten, und so uns unter das Joch der Priester zu beugen, habe man uns eingeredet, dass es Sünde gebe und Sündenstrafe, und ein Fortleben nach dem Tode, und Himmel und Hölle. Der nordische Mensch dagegen, und besonders der Germane, kenne keine Sünde und keine strafende göttliche Gerechtigkeit; darum sei auch der Gedanke der Sühne und der Erlösung ihm artfremd und, wie man gerade von unseren Vorfahren, den alten Sachsen behauptet, ihm durch das Schwert des Frankenkaisers Karl aufgezwungen!


Meine Christen, lasst euch doch durch solche Behauptungen nicht verblüffen, die durch die anmaßende Kühnheit, mit der sie immer wieder verkündet werden, nur über den Mangel an Beweisen für ihre Richtigkeit hinwegtäuschen wollen! Denkt doch ein wenig nach: Ist denn nicht für jeden normal denkenden Menschen, auch für uns nordische Menschen, der Gegensatz von Gut und Bös eine ganz unleugbare Tatsache, der Gegensatz von Wahrheit und Lüge, von Recht und Unrecht? Musste erst das Christentum zu unseren Vorfahren kommen, um sie zu lehren, dass es ein Unrecht ist, eine Ehrlosigkeit, eine Gemeinheit, zu betrügen, zu rauben, zu morden? Haben sie in blödem Stumpfsinn und in tierisch bedenkenlosem Kampf ums Dasein ohne Kenntnis von Pflicht und Verantwortung dahingelebt und bis zu der Zeit, als sie Christen wurden, jedem, der die Macht dazu hatte, die Befugnis zuerkannt, durch Betrug und Raub und Ehebruch seinen Gelüsten nachzuleben? Haben sie kein Gericht und keine Bestrafung für Verrat und feigen Mord Unschuldiger und Treuebruch gekannt? Also keinen Begriff gehabt von Schuld und Sünde, von Bestrafung und Sühne? Haben sie nichts gewusst von dem Fortleben der Seelen nach dem Tode? Was war denn für sie Walhalla anders als der Ort, an dem die Seelen der ehrenvoll im Kampf für Recht und Freiheit Gefallenen an dem Festmahl der überirdischen Götter teilnehmen sollten? Nein, dass schlechtes Tun den Menschen innerlich schlecht und strafwürdig macht, dass gutes Handeln den Menschen innerlich veredelt und der Ehre und Belohnung würdig macht, das ist die allgemeine Überzeugung aller unverdorbenen Völker.

(...) Meine Christen! Heute wagt man es zu sagen und zu schreiben: Wer als Deutscher dem angeblich artfremden Christenglauben, dem Glauben der römischen Kirche anhängt, der handelt gegen deutsche Art, der über Verrat am deutschen Blut. Wer zu Gott betet: „Vergib uns unsere Schuld, führe uns nicht in Versuchung zur Sünde, erlöse und von dem Übel“, der verleugnet das rassische Erbgut seiner deutschen Ahnen, die Schuld und Sünde, und Vergebung und Erlösung nicht kannten! Also Widukind war ein Verräter am deutschen Blut, als er die Christentaufe und die Gnadenmittel der katholischen Kirche empfing? Als er in Glauben und Leben sich als katholischer Christ bewährte? Und Wigbert, sein Sohn, und Walbert, sein Enkel, die hier Stift und Kirche bauten, die hier den Altar errichteten für das Opfer des neuen Bundes über den Reliquien der römischen hl. Felicitas, sie waren entartete Schwachköpfe? Oder Feiglinge? Und Verräter an ihrem Volk, an ihrer Rasse, an deutscher Art? Und eure Vorfahren, ihr Männer und Frauen von Vreden, einst Schildknappen und Schwertgenossen  dieser edlen Sachsenherzöge, und deren Kinder und Enkel bis auf eure Großväter und eure Väter, die hier gebetet und gearbeitet haben, die in der „seligen Hoffnung auf die Wiederkehr des großen Gottes unseres Heilandes“ Erdenarbeit und Erdennot tapfer getragen haben, die hier gestorben sind mutig und stark im Vertrauen auf Christi Blut und Erlösung, alle Vredener, die seit elfhundert Jahren auf eurem Gottesacker beigesetzt sind, sie haben ihr deutsches Blut, ihre deutsche Art verraten, indem sie einem artfremden Glauben sich hingaben im Leben und Sterben?

Wahrhaftig, meine Christen, ein heiliger Zorn erfüllt mich, ein heiliger Zorn muss jeden von euch, muss jeden ehrliebenden deutschen Mann erfüllen, wenn er Tag für Tag solche Beschimpfungen und Schmähungen seiner Väter und seiner Vorfahren lesen und über sich ergehen lassen muss! (...) Was Widukind, der tapfere Sachsenherzog als Frohbotschaft des Heiles angenommen hat, was er und seine edlen Söhne und Enkel durch ihr frommes Christenleben, durch unvergessene Stiftungen christkatholischen Glaubens bekannt haben, und eure Voreltern, ihr Vredener, die Schild- und Schwertgenossen jener treu deutschen Männer, das ist bestes deutsches Erbe geworden, das ist echte deutsche Art. Wir lassen uns unsere Helden und Heiligen, unsere Vorfahren und Voreltern, unsere Väter und Mütter nicht beschimpfen. Und wenn wir es nicht hindern und jene Lästerungen nicht zum Schweigen bringen können, dann soll es doch einmal offen gesagt sein: eine so genannte Weltanschauung, die uns zu Lästerern und Verächtern unserer deutschen Vorfahren, unserer Eltern und Vorfahren machen würde, die uns zu dem Bekenntnis nötigen wollte, dass unsere Vorfahren deutsche Art verraten, deutsches Blut verleugnet haben, eine solche Weltanschauung lehnen wir ab. Wenn das nationalsozialistische Weltanschauung ist, dann lehnen wir die nationalsozialistische Weltanschauung ab.