Das Menschenbild im Nationalsozialismus

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Info vom 28. März 2012

Beim Projekttag in der Marienschule erarbeiteten Gruppen verschiedene Themen

Dülmen. Die Ideologie des Nationalsozialismus zu entlarven und das heutige Weltbild zu hinterfragen – das war Ziel eines Projekttags der Marienschule. Am vorletzten Mittwoch arbeiteten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen zu verschiedenen Themen aus den Fachbereichen Geschichte, Religion und Biologie.

In einer Vortragsreihe wurden die Ergebnisse der neun Arbeitsgruppen zwei Tagspäter präsentiert und inVerbindung miteinander gebracht.

Im Unterricht war der Projekttag durch die Fachschaft Geschichte vorbereitet worden. So waren den Schülern die Grundzüge der nationalsozialistischen Weltanschauung und die geschichtliche Einordnung des Themas sehr präsent. Hieran konnten nicht nur die geschichtlichen Themen („Euthanasie“,„Lebensborn“ und „Die Person Adolf Hitler“) anknüpfen, sondern auch die religiösen („Dietrich Bonhoeffer“, „Der Löwe von Münster“ und „Janusz Korczak“) und die biologischen Arbeitsgruppen („Das Gesetzdes Lebens“, „Der Rassebegriff in der biologischen Welt“ und „Züchtung von Ariern“).

Exkursion mit Pfarrer Markus TrautmannDie Arbeit in den Gruppen gestaltete sich sehr unterschiedlich. Einige arbeiteten mit Internetrecherchen und Literatur, eine Religionsgruppe machte eine Exkursion auf den Spuren des Löwen von Münster. Hier brachte Pfarrer Markus Trautmann den Schülerinnen und Schülern sehr kenntnisreich das Wirken von Galens in Münster nahe. Eher experimentell arbeiteten die Biologie-Fachgruppen, die zum Beispiel aufgrund der Vererbungsgesetze die nationalsozialistischen Vorstellungen einer Züchtung von „Ariern“ überprüfte. Tatsächlich ginge ein Erfolg einer solchen Züchtung mit einer hohen Zahl an erbkranken Nachkommen einher, schilderten die Schülerinnen und Schüler in ihrem Vortrag.

Sehr deutlich wurde den Schülerinnen und Schülern auch, dass es bis heute Tendenzen in unserer Gesellschaft gibt, die sehr bedenklich und menschenfeindlich sind. Deutlich wird das, wenn moderne Philosophen den Wert eines Menschen von seinem Glücksempfinden abhängig machen, wenn vorgeburtliche Diagnosen dazu führen, dass Föten mit Behinderung überwiegend abgetrieben werden, oder wenn in den Medien bestimmte Schönheitsideale den Wert von Menschen bestimmen.

© Streiflichter, Dülmen

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