Märtyrer haben Aktualität

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Info vom 14. September  2011

Bischof Scheuer und Kardinal Koch: Märtyrer haben Aktualität

München, 13.09.2011 (KAP) Die bleibende Aktualität der Märtyrer des 20. Jahrhunderts - darunter mehr als 13.000 Katholiken - für eine Kultur des Lebens und der Menschlichkeit hat der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer unterstrichen. Die Beispiele etwa von Franz Jägerstätter, Provikar Carl Lampert oder Clemens August Kardinal von Galen zeigten, dass das Martyrium nichts mit "Todessehnsucht und Nekrophilie" zu tun habe, sondern eine "Option für das Leben" sei, betonte Scheuer bei einer Podiumsdiskussion in München. Der Bischof nimmt in der bayerischen Landeshauptstadt an dem Dienstagabend zu Ende gehenden Internationalen Friedenstreffens der Gemeinschaft Sant'Egidio teil.

Mit Scheuer diskutierten der pakistanische Berater für Minderheitenfragen, Paul Bhatti, der Generalvikar von San Salvador, Jesus Delgado, der rumänisch-orthodoxe Erzbischof von Hargita und Covasna, Ioan, und der ukrainisch-orthodoxe Erzbischof von Pereslav-Chmelnitskij, Oleksandr. Gerade die Märtyrer des 20. Jahrhunderts schärften den Blick, "die Zeichen der Zeit recht zu deuten", so Scheuer: "Zugleich lassen sie in Zeiten des Hasses, der Barbarei und der Menschenverachtung die Wahrheit Gottes und die Würde des Menschen aufleuchten."

Das prophetische Zeugnis für die christliche Wahrheit beruhte auf einer "radikalen und weitsichtigen Analyse", sagte der Innsbrucker Bischof. Dies Analyse betreffe das Wesen der menschen- und gottesverachtenden Systeme. Glaube bedeute für Märtyerer auch "Ideologie- und Götzenkritik", Einsatz für "Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit" sowie die Option für die Armen.

Zugleich bleibe das Beispiel der Märtyrer gerade des 20. Jahrhunderts aber immer auch ein Zeichen der "Krisis, nicht zuletzt für die Kirche selbst", so der Innsbrucker Bischof weiter. Denn sie zeigten durch ihr Zeugnis die "Trennlinie zwischen Heiligkeit und Sünde" auf und stellten zudem "die Frage nach der Geschichte kirchlicher Aggression, wenn Juden durch Christen bzw. Christen durch Christen zu Märtyrern geworden sind".

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