Ausstellung "Weiße Rose":

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Info vom 3. Juni 2011

Funke der Widerstandbewegung glüht bis heute

Haar - Noch zehn Tage haben Besucher Zeit, die Ausstellung „Die Weiße Rose“ im Haarer Rathaus zu besuchen. Zwar hatte die Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung, Hildegard Kronawitter, schon Anfang der Woche zur Finissage geladen - die Stelltafeln, auf denen die Geschichte der Widerstandsgruppe erzählt wird, bleiben aber noch bis zum 10. Juni im Rathaus stehen.

Kronawitter strich bei ihrer Ansprache, die sie kurz nach dem Grußwort von Bürgermeister Helmut Dworzak hielt, das besondere Ambiente der Ausstellung heraus: „Hier ist es so würdevoll, ästhetisch sehr zurückgenommen und unglaublich passend dekoriert“, stellte sie fest.

„Unerwartet viele Besucher“ haben die Ausstellung laut Dworzak bereits gesehen und die 47 Stelltafeln gelesen. „Die Geschichte hat sie wohl berührt“, sagte Kronawitter. „Dafür haben sie sich die Zeit genommen, in die Vergangenheit abzutauchen.“

Sie selbst blieb bei ihrer Ansprache aber nicht in der Vergangenheit haften, sondern spann einen Bogen von der Studentengruppe der „Weißen Rose“ zum Hier und Jetzt: Die Geschwister Scholl und ihre Freunde hätten gehofft, mit ihren Flugblättern Menschen zum Nachdenken zu bringen, Menschen zu Massenprotesten zu bewegen. Doch dieser Funke sei in der Kürze der Zeit nicht übergesprungen. Bei den Aufständischen in Ägypten und Tunesien aber habe das funktioniert, sagte Kronawitter.

Trotzdem könne und dürfe man die „Weiße Rose“-Gruppe nicht vergessen: „Sie sind Vorbilder in ihrem Mut und ihrem Verantwortungsbewusstsein. Wir können heute noch von ihnen lernen was es bedeutet, Freiheit und Grundrechte zu haben.“

Zur Verdeutlichung lasen anschließend Michael Stacheder, Leiter des Jungen Schauspiel Ensemble München, und Schauspielerin Theresa Hanich aus dem Briefwechsel von Sophie Scholl und Fritz Hartnagel vor. Sehr differenziert und mit einer für eine junge Frau ungewöhnlichen Sprache setzte sich Sophie Scholl mit dem brisanten Thema auseinander. Ihr Freund, als Berufssoldat in Russland stationiert, wusste nichts von ihrem Widerstand.

(ama)
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