Neues Buch von Götz Aly erschienen

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Info vom 12. März 2013

Die Belasteten: >Euthanasie< 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte

Kurzbeschreibung:
200.000 Deutsche wurden zwischen 1939 und 1945 ermordet, weil sie psychisch krank waren, als aufsässig, erblich belastet oder einfach verrückt galten. Nicht wenige Angehörige nahmen den Mord an ihren behinderten Kindern, Geschwistern, Vätern und Müttern als Befreiung von einer Last stillschweigend hin. Die meisten Familien schämen sich bis heute, die Namen der Opfer zu nennen. Beklemmend aktuell lesen sich die Rechtfertigungen der vielen Beteiligten: Erlösung, Gnadentod, Lebensunterbrechung, Sterbehilfe oder Euthanasie. Götz Aly bringt mit seinem neuen Buch Licht in ein düsteres Kapitel der deutschen Gesellschaftsgeschichte.

352 Seiten
Verlag S. Fischer
ISBN 978-3100004291

 

icon externer-link Der Historiker Götz Aly und Morlind Tumler haben zusammen eine behinderte Tocher.
In einem Interview mit der TAZ sprechen sie über das neue Buch und Euthanasie.

Bischof em. Reinhard Lettmann feiert seinen 80. Geburtstag

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Info vom 9. März 2013

Der langjährige Bischof von Münster vertrat immer entschieden und klar seine Meinung

(…) Seine klaren Worte rissen dabei nicht polarisierend Gräben auf, sondern trugen ihm Respekt ein. In dieser Grundhaltung stand er in der Tradition seiner Vorgänger im Bischofsamt, die wie er nichts von kurzatmiger Anbiederung an den Zeitgeist hielten: Bischof Clemens August Graf von Galen, dem er als fünfjähriger Steppke die Hand gab; Bischof Michael Keller, der ihn 1959 zum Priester weihte; Bischof Joseph Höffner, dessen Generalvikar er ab 1967 war, und Bischof Heinrich Tenhumberg, der ihn vor vier Jahrzehnten zum Bischof weihte.

Besonders deutlich wurde Lettmann, wenn es um das vielfach bedrohte menschliche Leben ging. In der Gottesebenbildlichkeit des Menschen sieht er im Tiefsten Wert und Würde der menschlichen Person begründet. Deshalb sei das Leben des Menschen heilig, des geborenen und ungeborenen, des gesunden wie des kranken, des behinderten und sterbenden Menschen. "Humanität ohne Divinität ist ein Torso", zitiert er den jüdischen Philosophen Abraham Joshua Heschel. Lettmann ermunterte die Gläubigen, nicht aggressiv, aber doch offensiv werbend die christliche Sicht vom Menschen in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen. Im Zeichen des zusammenwachsenden Europa warnte er vor einer Ausblendung der Religion und des Religiösen. Dies führe allzu leicht dazu, die Gesellschaft von "wichtigen Ressourcen der Sinnstiftung" abzuschneiden, wie dies der sich selbst "religiös unmusikalisch" nennende Philosoph Jürgen Habermas bezeichnet hatte. Im interreligiösen und ökumenischen Dialog wurde Lettmann von seinen Gesprächspartnern in Oldenburg, Westfalen und Rheinland sehr geschätzt. "Wir hätten uns keinen besseren Bischof wünschen können", würdigte der frühere evangelische Präses Manfred Sorg einmal die "Weite des Herzens" Lettmanns sowie seine "sensible, engagierte und wache ökumenische Verantwortungsübernahme". (…)

Zu seinen Lebenshöhepunkten zählten fraglos der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1987 in Münster und Kevelaer und die Seligsprechungen von Karl Leisner, Sr. Maria Euthymia, Anna Katharina Emmerick und Kardinal Clemens August Graf von Galen. (…)

Text: Karl Hagemann

icon externer-link Mehr unter www.bistum-muenster.de >>>

Gräfin Droste zu Vischering aus Münster

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Info vom 28. Februar 2013

Portugiesische Bischofskonferenz hat die notwendigen Schritte für eine Heiligsprechung
der Gräfin Droste zu Vischering in die Wege geleitet

Die Familie rund um von Galen hat insgesamt 14 Ordensfrauen und 13 Priester und Ordensmänner hervorgebracht.
Dazu zählt auch die Cousine von Clemens August Graf von Galen.

Gräfin Maria Droste zu Vischering trat 1888 ins Kloster der Schwestern vom Guten Hirten in Münster ein. 1894 wurde sie zur Oberin des Klosters vom Guten Hirten in Porto berufen. Im Alter von nur 36 Jahren ist sie dort am 8. Juni 1899 gestorben. Papst Paul der VI. sprach sie 1975 selig.

Weil sie sich in Porto für viele Mädchen eingesetzt hat, die bis dahin vor allem tiefe Verachtung gespürt haben, soll sie nun heiliggesprochen werden. Ihre Schützlinge stammten aus armen Familien, lebten auf der Straße und hielten sich mit Diebstahl oder Prostitution über Wasser. Mit ihrem privaten Vermögen hat Maria ein Heim für diese Mädchen aufgebaut und ihnen ein neues Zuhause gegeben.

Im Herbst soll im Haus vom Guten Hirten in Münster dem 150. Geburtstag der Gräfin und Ordensfrau mit einem Festtag gedacht werden.

Weiteres über ihr Leben und ihr Wirken erfährt man in der folgenden Dokumentation:

Erinnerungen an die Weiße Rose

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Info vom 23. Februar 2013

Dokumente zur Erinnerung an die Weiße Rose

Anlässlich des 70. Jahrestages der Hinrichtung der Geschwister Scholl und Christoph Probst wurden am 22. Februar viele Beiträge in Radio und Fernsehen gesendet.


Hier eine kleine Auswahl:

icon externer-link Das Erinnern fortsetzen >>>

icon externer-link Die Geschwister Scholl und die "Weiße Rose" >>>

icon externer-link 70. Todestag der Geschwister Scholl >>>

icon externer-link 70. Todestag von Hans und Scphie Scholl >>>

Gedanken zum 70. Jahrestag der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst

Info vom 22. Februar 2013

Wir erinnern an die Mitglieder der Weißen Rose

Der 22. Februar 2013 ist der 70. Jahrestag der Hinrichtung der Geschwister Scholl und Christoph Probst. Im Laufe des Jahres 1943 folgten Alexander Schmorell, Kurt Huber und Willi Graf.

Erst kürzlich hat Bundespräsident Joachim Gauck den 80. Jahrestag der nationalsozialistischen "Machtergreifung" (30. Januar 1933) genutzt, um auch auf das Lebensopfer der "Weißen Rose" hinzuweisen:

Gauck1"Unsere Bewunderung für die Mutigen und Selbstlosen damals speist sich ja immer auch aus einem vielleicht nicht wahrgenommenen, aber geheimen Verdacht gegen uns selbst: Hätten wir zu solchem Mut und solcher Selbstlosigkeit die Kraft gehabt? Würden wir uns selbst glauben, wenn wir sagten: Ich wäre bereit gewesen, zu sterben, damit jemand anderes überlebt? Wären wir bereit gewesen, unser Leben zu riskieren, um anzufangen, wo andere schweigen? Die meisten von uns würden wohl zu dem Entschluss kommen, zu der einfachen Wahrnehmung: Nein, ich wäre nicht bereit gewesen, ich hätte das nicht gekonnt, mein Leben zu geben."


Wir meiden heute gern den Begriff "Opfer". Als heroischer Begriff ist er zu oft missbraucht worden. Und auch im landläufigen Gebrauch steht der Begriff des "Opfers" unter Verdacht. Er riecht nach Willkür und Absurdität; wir denken an Terror- oder Erdbebenopfer und an Opfer eines Unfalls.

Verwandt mit dem deutschen Wort "Opfer" ist das englische "offer" bzw. die "Offerte" – also das Angebot. In diesem Sinne meint "Opfer" nicht einfach nur das tragische Scheitern, sondern die bewusste Tat.

Dr. Karl Alt begleitete als evangelischer Gefängnispfarrer Hans und Sophie Scholl am 22. Februar 1943 zum Schafott. Nach dem Krieg hat er seine Erinnerungen aufgezeichnet, so auch an seine geistlichen Worte gegenüber Hans Scholl beim Empfang des Abendmahls: "Ich ging davon aus, dass sich auch jetzt das Wort des Heilands erfülle: 'Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lasset für seine Freunde.' Auch der bevorstehende Tod – sagte ich – sei ein Lebenlassen für die Freunde; ein Opfertod fürs Vaterland, durch den viele gewarnt und gerettet werden sollen."

Eine solche aktive Haltung der Hingabe setzt Entschiedenheit voraus. "Wie könnte man da von einem Schicksal erwarten, dass es einer gerechten Sache den Sieg gebe, da sich kaum einer findet, der sich ungeteilt einer gerechten Sache opfert?" – so fragt einmal Sophie Scholl mit Blick auf ihre Zeit. "Ich muss hier an eine Geschichte des Alten Testamentes denken, wo Mose Tag und Nacht, zu jeder Stunde, seine Arme zum Gebet erhob, um von Gott den Sieg zu erbitten. Und sobald er einmal seine Arme senkte, wandte sich die Gunst von seinem kämpfenden Volke ab. Ob es wohl auch heute noch Menschen gibt, die nicht müde werden, ihr ganzes Denken und Wollen auf eines ungeteilt zu richten?"

Sind dies Gedanken, die heute nicht mehr gelten?

Sophie Scholl: "Da verliert sich das Herz in dieser kleinen Unruhe und vergisst seinen großen Heimweg. Unvorbereitet, an nichtige niedrige Spielereien hingegeben, könnte es von seiner Stunde überrascht werden, um kleiner Freuden willen die eine große verkauft zu haben." Opfergeist und Hingabe sind durchaus Haltungen der kleinen Schritte, des Alltags – auch und gerade der alltäglichen Hingabe an Gott: "Und meine ohnmächtige Liebe lege ich in Deine Hand, damit sie mächtig wird", so betet Sophie Scholl.



Glauben und Zweifeln

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Info vom 17. Februar 2013

Radiosendung über die Geschwister Scholl auf ORF

Harter Geist, weiches Herz - Eine Erinnerung an zwei Widerständige: Hans und Sophie Scholl. Gestaltung: Martin Gross

Im Februar 1943 wird die Schlacht um Stalingrad zu einem Inferno für die dort kämpfende 6. Armee der deutschen Wehrmacht, ein Kampf, den, so will es die Propaganda der Nazis glauben machen, das deutsche Volk enthusiastisch unterstützt.

Dem widersprechen die Flugblätter der Gruppe "Die weiße Rose", die in aller Offenheit die Entsetzlichkeiten des Hitlerregimes und die Vergeblichkeit der Kriegsopfer brandmarken. Mitglieder dieses gewaltlosen Widerstands sind die Geschwister Hans und Sophie Scholl, jung, lebensfroh und im evangelischen Geist erzogen. "Aufrecht gehen" und "ein freies Gewissen vor Gott", das sind Werte, die das Leben der Geschwister tragen - und die sie nicht preisgeben bis zum Tod auf dem Schafott. Am 22. Februar 2013 ist es 70 Jahre her, dass Hans und Sophie Scholl nach einem nationalsozialistischen Schauprozess in München enthauptet wurden. Sie wurden nicht einmal 25 beziehungsweise 22 Jahre alt.

Martin Gross geht anhand des preisgekrönten Films "Sophie Scholl - Die letzten Tage" den Spuren von Hans und Sophie Scholl nach, die ihr Glaube zu Widerstandskämpfern werden ließ, und vermittelt so ein eindringliches und berührendes Bild der Haltung dieser beiden jungen Menschen.

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Stolperstein für ermordete "Anstaltspatientin" Anna Hellmann

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Info vom 16. Februar 2013

Sterbeurkunde verschleierte den Mord: Nazis töteten die Osnabrückerin Anna Hellmann

Osnabrück. Einer der Ärzte gab als Todesursache „akute myeloische Leukämie“ an. Tatsächlich ist Anna Hellmann im Juni 1941 in der Tötungsanstalt von Hadamar mit Gas ermordet worden – wie etwa 15000 weitere Anstaltspatienten, die während des Zweiten Weltkrieges in das hessische Dorf verschleppt wurden. Nationalisten hatten sie nach Aktenlage für „lebensunwert“ befunden. Jetzt erinnert ein Stolperstein an die Osnabrückerin, die im Alter von 39 Jahren sterben musste.

Alles war von langer Hand vorbereitet. Adolf Hitler hatte die Fäden an der Tiergartenstraße 4 in Berlin zusammenlaufen lassen. Dort befand sich das Verwaltungsgebäude, von dem aus Beamte den Massenmord in mehreren Tötungsanstalten steuerten. Ärzte in Heil- und Pflegeanstalten beurteilten ihre Patienten.

In einer Akte steht über Anna Hellmann: „Sie wird behandelt wegen eines Nervenleidens auf organischer Grundlage. Nach der Natur der Erkrankung wird die Kranke dauernd anstaltspflegebedürftig bleiben. Das Leiden ist aber schon so weit fortgeschritten, dass sie sich in einem Zustand völliger Hilflosigkeit befindet. Im Zusammenhang mit ihrem Leiden gehen auch die geistigen Quantitäten immer weiter zurück. Heil Hitler!“ Es war das Todesurteil. Und der angesprochene Diktator hatte eine „Tötungsermächtigung“ erteilt. Ärzte und Beamte entschieden über Leben und Tod – im Dienst einer Ideologie, die Menschen nach Nützlichkeit bewertete. Einerseits war von „Ballastexistenzen“ die Rede, andererseits von „Gnadentod“.


Engagierte Predigt

Davon erfuhr auch Clemens August Graf von Galen, damals Bischof von Münster. Im August 1941 hielt er eine Predigt, in der er die Taten der Nationalsozialisten verurteilte: „Seit einigen Monaten hören wir Berichte, dass aus Heil- und Pflegeanstalten für Geisteskranke auf Anordnung von Berlin Pfleglinge, die schon länger krank sind und vielleicht unheilbar erscheinen, zwangsweise abgeführt werden.“ Er entlarvte die Haltung, „man dürfe so genanntes ‚unwertes Leben‘ vernichten, also Menschen töten, wenn man meint, ihr Leben sei für Volk und Staat nichts mehr wert“. Dann nämlich, so der spätere Kardinal, „ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben“. Und weiter: „Es ist nicht auszudenken, welche Verwilderung der Sitten, welch allgemeines Misstrauen in die Familien hineingetragen wird, wenn diese furchtbare Lehre geduldet, angenommen und befolgt wird.“

Anna Hellmann wohnte bis zu ihrer Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt am Gertrudenberg 1933 am Petersburger Wall 36. Kaum mehr als einige offizielle Daten sind von ihr überliefert. „Wer könnte diese Frau sein?“ Antonio Custóias Sequeira stellte diese Frage bei der Verlegung des Stolpersteins, für den er nun Pate ist. Ihm gelang eine persönliche Verbindung über das Geburtsjahr von Anna Hellmann: „Sie hätte meine Oma sein können – und ich ihr Enkel.“ Und er gehört jetzt zu denen, die an dieses Opfer des NS-Regimes erinnern.

© www.noz.de

Zutiefst empfundener Dank an Papst Benedikt XVI.

Am 28. Februar tritt Papst Benedikt XVI. zurück 

Info vom 12. Februar 2013

Ihm gilt unser Dank

Am Montag, dem 11. Februar 2013 kündigte Papst Benedikt überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar an. Aus gesundheitlichen Gründen kann er sein Amt als Nachfolger Petri nicht mehr erfüllen.

Vieles hat Papst Benedikt XVI. in seiner Amtszeit bewegt und bewirkt, vieles ist ihm zu verdanken.
Wir möchten besonders an die feierliche Seligsprechung Galens am 9. Oktober 2005 in Rom erinnern (siehe auch unter kirchensite.de)
In einem eigenen Grußwort richtete sich der Papst damals an die deutschen Gäste im Petersdom:

"Sehr herzlich grüße ich die Bischöfe und Priester,
die Vertreter des öffentlichen Lebens und alle Pilger,

die aus Münster und aus ganz Deutschland nach Rom gekommen sind.

Papst Benedikt XVI. bei der Seligsprechung GalensWir alle und besonders wir Deutschen sind dankbar, dass uns der Herr diesen großen Zeugen des Glaubens geschenkt hat, der in finsterer Zeit das Licht der Wahrheit aufgerichtet und den Mut des Widerstands gegen die Macht der Tyrannei gezeigt hat. Aber wir sollen uns auch fragen: Von woher kam ihm diese Einsicht in einer Zeit, in der gescheite Leute der Verblendung verfielen? Und von woher kam ihm die Kraft zum Widerstand in einem Augenblick, in dem auch starke Menschen sich schwach und feige gezeigt haben? Einsicht und Mut sind ihm aus dem Glauben gekommen, der ihm die Wahrheit gezeigt, das Herz und die Augen dafür geöffnet hat, und weil er Gott mehr fürchtete als die Menschen. Der Glaube hat ihm die Kraft gegeben zu tun und zu sagen, was andere nicht zu tun und zu sagen wagten.

So gibt er uns Mut, ja er trägt uns auf, heute wieder den Glauben neu zu leben. Und er zeigt uns auch, wie das geht – in ganz einfachen, demütigen und doch großen und tiefreichenden Dingen. Denken wir daran, dass er sehr oft zu Fuß zur Muttergottes nach Telgte gepilgert ist, dass er die Ewige Anbetung in der Servatii­-Kirche in Münster eingeführt hat, dass er oft im Sakrament der Buße die Gnade der Vergebung erbeten und geschenkt bekommen hat. So zeigt uns der neue Selige diese einfache Katholizität, in der der Herr uns begegnet, in der er uns das Herz aufmacht und uns so Unterscheidung der Geister, Mut des Glaubens und die Freude daran gibt, dass wir Erlöste sind.

Wir danken dem Herrn für diesen großen Zeugen und bitten darum, dass er uns leuchte und führe. Seliger Kardinal Graf von Galen, bitte für uns, für die Kirche in Deutschland und in der ganzen Welt."



Joseph Ratzinger lehrte als Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte
von 1963 bis 1965 an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster.

Über diese Zeit ist auch ein Buch im dialogverlag erschienen:
Joseph Ratzinger in Münster
Autor: Manuel Schlögl
176 Seiten, gebunden, inklusive zwei CDs
ISBN 978-3-941462-72-4
http://www.dialogversand.de

Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl

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Info vom 7. Februar 2013

Schluss. Jetzt werde ich etwas tun

Die im Herbst 2012 erschienene Biographie von Maren Gottschalk über Sophie Scholl zeichnet das Leben der Widerstandskämpferin in einer leicht verständlichen Sprache nach.
Der Leser erfährt den Werdegang von einem linientreuen HJ-Mädel bis hin zur überzeugten und unbeugsamen Widerstandskämpferin. Dazu hat die Autorin viele Zeitdokumente, bisher nicht zugängliche Briefe und Tagebücher ausgewertet und Zeitzeugen interviewt.
Immer wieder fließen historische Hintergründe und Erläuterungen mit in die Erzählungen ein, so dass sich der Leser ein komplexes Bild der damaligen Situation vor Augen führen kann. Aber auch Bezüge zu heute sorgen für ein besseres Verständnis der Ereignisse.

Das Buch über Sophie Scholl trägt dazu bei, den Geist des Widerstandes am Leben zu erhalten.
Der jugendliche und kurzweilige Sprachstil lädt gerade junge Leser ein, sich mit Sophie Scholl und der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" zu beschäftigen und sich mit den Ereignissen der damaligen Zeit zu befassen.

Im Epilog äußert sich die Autorin über den Erfolg sämtlicher Widerstandskämpfer, die sich für Freiheit und das Leben anderer einsetzten:
"All diese Menschen haben Geschichte geschrieben, ihnen verdanken wir die Tatsache, dass jedes Buch über die Geschichte des Nationalsozialismus auch ein Kapitel über den Widerstand enthält."
Oder wie Thomas Mann 1943 aus dem Exil in der BBC über die "Weiße Rose" sagte: "Ihr sollt nicht umsonst gestorben sein, sollt nicht vergessen sein."

Ihr Widerstand ist kein Scheitern, sondern ein Zeichen der Mahnung für nachfolgende Generationen.
Dass dieses Zeichen nicht verblasst, dazu kann die Lektüre des Buches beitragen.

"Schluss. Jetzt werde ich etwas tun – Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl"
Maren Gottschalk
ISBN 978-3-407-81122-6
Verlag Beltz & Gelberg

Der Märtyrer Hermann Lange aus Leer

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Info vom 5. Februar 2013

Radio-Beitrag über Hermann Lange
Im ostfriesischen Leer begegnet man an verschiedenen Stellen dem Namen Hermann Lange: Unter anderem ist das Gemeindehaus einer katholischen Kirche nach ihm benannt, und eine schmucklose Wohnstraße in Innenstadtnähe heißt Hermann-Lange-Ring. Der Namensgeber war ein katholischer Pfarrer, der im April 1912 in Leer geboren wurde und im Alter von 31 Jahren der politischen Justiz der Nationalsozialisten zum Opfer fiel. In der katholischen Kirche gilt er als Märtyrer, der für seine Überzeugung sein Leben gab. Am 25. Juni 2011 wurde er selig gesprochen.

Autor/-in:Gerhard Snitjer
Länge:
3:35 Minuten
Sendereihe:
Nordwestradio Journal | Nordwestradio


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